Rahmenvertrag

Keine Retax: DAV und Kassen vereinbaren Friedenspflicht APOTHEKE ADHOC, 06.06.2019 15:28 Uhr

Berlin - Am 1. Juli tritt der neue, zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband ausgehandelte Rahmenvertrag in Kraft. Darin enthalten sind laut DAV „gravierende Änderungen“. Außerdem gibt es technische Änderungen und die Abgabesoftware in den Apotheken muss neu programmiert werden. Daher hat der DAV den GKV-Spitzenverband gebeten, im Juli auf Retaxationen zu verzichten. Der Kassen-Dachverband hat zustimmt und will seinem Mitgliedern empfehlen, der Friedenspflicht zu folgen.

„Um den Übergang reibungslos zu gestalten, sollte die Friedenspflicht für Abgaben im Monat Juli 2019 gelten“, schreibt der DAV in einem Brief an den Abteilungsleiter Arznei- und Heilmittel des GKV-Spitzenverbandes. Dieses hat der GKV-Spitzenverband bestätigt und seinen Mitgliedskassen die Einhaltung der dort beschriebenen Vorgehensweise empfohlen. Eine verbindliche Erklärung für alle Kassen wollte der GKV-Spitzenverband nicht leisten. Keine Retaxationen soll es geben, wenn bei Vorlage der Verordnung im Juni die Apotheke nach Abgaberegeln des alten Rahmenvertrages auswählt, die Vorlage mit Datum und Unterschrift vermerkt und die Abgabe im Juli erfolgt. Wichtig ist, dass die Apotheke den Vermerk vor der Abrechnung aufträgt. Eine nachträgliche Korrektur ist nicht möglich.

Keine Retaxation soll erfolgen, wenn der Beleg des Großhandels nach §2 Abs. 11 Rahmenvertrag neu zwar vorliegt, aber nicht den Bestimmungen des neuen Werks entspricht. Ebenfalls auf eine Retaxation verzichten sollen die Kassen, wenn die Apotheke die Regelungen zu den Packungsgrößen noch nicht anwendet. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass die Apotheke, um eine möglichst günstige Abgabe vorzunehmen, die Anzahl der Packungen addiert und eine größere Packung abgibt. Die Abgabe von Klinikpackungen ist aber dabei nicht zulässig.

Eigentlich müssen die Apotheken nach dem neuen Rahmenvertrag immer exakt die verordneten Mengen abgeben. Wenn also 2 x 30 Stück verordnet sind, muss die Apotheke auch 2 x 30 Stück abgeben unabhängig davon, ob es möglicherweise auch eine Packung mit 60 Stück gibt. Auf eine Retaxation soll zudem verzichtet werden, wenn wie bisher die Darreichungsformen des verordneten Importarzneimittels zugrunde gelegt wird und dadurch ein Generikum mit einer vom Referenzarzneimittel abweichenden Darreichungsform abgegeben wurde. Retaxiert wird auch nicht, wenn für die abweichende Abgabe noch das Sonderkennzeichen gemäß TA 1 in der Fassung bis Ende Juni aufgetragen wurde. Zudem erfolgt keine Retaxation, wenn ein unzulässiger Austausch bei unterschiedlicher Eingruppierung des Wirkstoffes in die Packungsgrößenverordnung erfolgt.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Aposcope-Umfrage

Schlafmittel: Pro und contra Rx-Switch»

Intravitreale Injektionen

Eylea: Bayer plant Fertigspritze»

Generikahersteller

Neuraxpharm: Easy in Österreich»
Politik

„Das eRezept kommt“

#unverzichtbar: ABDA kapert DocMorris-Slogan»

BÄK und KBV in Brüssel

Lieferengpässe: Ärzte fordern europäisches Register»

EU-Dachverband

Parallelimporteure: Neue Studie, neuer Name»
Internationales

Absprachen zu Generika

Pay-for-Delay: EuGH macht ernst»

Apothekenketten

Pessina: Nicht jede Apotheke wird überleben»

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»
Pharmazie

Aktualisierte Leitlinie

Posttraumatische Belastunggstörung – Kinder wurden ergänzt»

Änderung des Lebensstils

Diabetes: Bewegung ersetzt Arzneimittel»

Hautkrebsrisiko

Leo Pharma ruft Picato zurück»
Panorama

Ziel: 300 Millionen Kinder impfen

Müller würdigt Impfallianz Gavi»

„Die Lage ist prekär“

Klinikärzte: Am Limit»

Darolutamid

Prostatakrebs-Mittel von Bayer in Japan zugelassen»
Apothekenpraxis

Franchisekonzept

Easy in der Welt der Wunder»

Lieferengpässe und Rechenfehler

Cannabisrezepturen: Kassen retaxieren wild drauf los»

Dagmar Fischer als neue DPhG-Präsidentin

„Apotheken werden sich verändern“»
PTA Live

Beratungstipps

Fresh-up: Trockene Augen »

Anpassung des Packmittels nach NRF

Tilray: Vollspektrum in neuer Verpackung»

Neue PTA-Schule in Rheinfelden

„Der Bedarf an PTA ist groß“»
Erkältungs-Tipps

Erkältungs-Tipp

Tot oder lebendig – Viren vs. Bakterien»

Erkältungs-Tipps

Wenn die Erkältung fortschreitet: Produktiver Husten»

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Darmkrebs: 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr»

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»