Kein Coenzym Q10 mit Marcumar

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Berlin -

Nahrungsergänzungsmittel und bilanzierte Diäten sollen einen Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen ausgleichen, dennoch können sie eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Treten Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen durch einen Mangel an Magnesium und Kalium auf, raten die Ärzte zu Produkten wie Tromcardin complex (Trommsdorff). Bei gleichzeitiger Gabe von Vitamin-K-Antagonisten ist Vorsicht geboten.

Fall: Ein Kunde verlangt nach Tromcardin complex. Er beschreibt, seit einiger Zeit kleine „Herzhüpfer“ bemerkt zu haben. Gerade am Abend, wenn er sich von dem stressigen Tag erholen wolle, beginne das Herz zu stolpern oder zu rasen. Schlecht einschlafen konnte er ohnehin schon vorher, aber mit der Angst um sein Herz komme er kaum noch zur Ruhe. Ein Blutbild hatte einen Mangel an den Mineralstoffen Magnesium und Kalium gezeigt. Der Arzt sprach von harmlosen Herzrhythmusstörungen, sonst sei sein Herz aber gesund. Tromcardin complex könne helfen, das Herz wieder in den Takt zu bringen.

Ein Blutgerinnsel in der tiefen Beinvene hatte vor einiger Zeit eine kleine Lungenembolie verursacht. Zur Prophylaxe von Thrombose nehme er deshalb ein Medikament mit dem Wirkstoff Phenprocoumon (Marcumar) ein. Er habe aber vergessen, mit seinem neuen Arzt darüber zu sprechen, ob eine Kombination mit dem Mineralstoffpräparat möglich sei.

Analyse: Der Herzschlag wird durch eine elektrische Erregung der Muskelzellen ausgelöst. Eine Erregung kann nur stattfinden, wenn ein ständiger Austausch der Mineralstoffe Kalium, Calcium und Magnesium erfolgt. Kalium und Magnesium werden täglich über den Urin ausgeschieden und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Wird nicht genügend über die Nahrung aufgenommen, ist das ausbalancierte Verhältnis an Mineralstoffen gestört. Kommt andauernder Stress hinzu, können Herzrhythmusstörungen die Folge sein.

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