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Aushilfe in der Filiale: Eine PTA berichtet APOTHEKE ADHOC, 18.10.2018 11:03 Uhr

Berlin - „Claudia, in unserer Filiale sind zwei Krankheitsfälle und sie brauchen dringend Hilfe! Könntest du morgen dort aushelfen?“, fragt mein Chef mich panisch. Oje, denke ich, ich war noch nie dort, kenne mich gar nicht aus und auch die Kollegen kenne ich nur flüchtig vom Telefon. Offenbar sieht man mir meine Gedanken an, denn kurz darauf fügt mein Chef hinzu, dass ich nicht nervös sein muss und mir alle helfen werden. Nun gut, also stimme ich zu.

Doch meine Gedanken rattern weiter. Das geht bei ganz profanen Dingen los: Wo kann ich dort parken, wann muss ich losfahren, um pünktlich zu sein? Vor allem aber: Es gibt keinen Automaten! Schubladen habe ich seit meiner Ausbildung nicht mehr gezogen und die ist nun schon einige Jahre her. Hoffentlich stelle ich mich nicht total blöd an und die Kunden müssen genervt warten bis ich bei einem Großauftrag alle Packungen gefunden habe. In meinem Kopf entstehen die wildesten Horrorszenarien.

Das merkt auch meine Kollegin. Sie versucht mich zu beruhigen. „Keine Sorge, Claudia, ich war auch schon mal dort zum Aushelfen und hatte genauso viel Angst wie du. Aber dort sind wirklich alle nett und die Schubladen sind halb so wild. Ich fand es sehr spannend, mal wieder was anderes zu sehen, schließlich sind wir doch hier irgendwie jeden Tag im gleichen Trott.“

Ich versuche, ihre Worte zu beherzigen und dem morgigen Tag positiv und entspannt entgegen zu blicken. Obwohl ich in der Nacht kaum Schlaf finde, bin ich am nächsten Morgen fit und fahre extra zehn Minuten früher los, um genug Zeit für die Parkplatzsuche einzuplanen. Die Kollegen in der Filiale habe ich bislang nur einmal auf der gemeinsamen Weihnachtsfeier gesehen und kenne niemanden besser. Ich hoffe sehr, dass sie hilfsbereit sind und ich sie nicht mehr behindere als ihnen zu helfen.

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