Raus aus der Komfortzone: Zwei Apotheken, dreifache Arbeit

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Berlin - Eckhard Haupt hat sich etwas getraut: Obwohl er nie eine Filialapotheke eröffnen wollte, hat er zugeschlagen, als sich die Chance ergab – nur 100 Meter Luftlinie entfernt, im selben Einkaufszentrum. Ein gutes Jahr ist es nun her, dass der Inhaber der Bären-Apotheke in der Bielefelder Innenstadt seine zweite Offizin, die Haupt-Apotheke, in Betrieb genommen hat. Er blickt auf erfolgreiche, aber stressige Monate zurück.

Seit Oktober 2017 ist das Loom-Center in der Bielefelder Innenstadt wieder in vollem Betrieb. Haupt ist mit zwei Apotheken vertreten, er hat sie so konzipiert, dass sie sich ergänzen: Die Bären-Apotheke soll als klassische Apotheke präsentiert werden. Das Mobiliar der Apotheke ist aus Holz gefertigt. Hier sollen solche Dienstleistungen wie Blutdruckmessung oder Kompressionsberatung angeboten werden. Die neue Apotheke wiederum präsentiert sich dagegen modern und soll eher das jüngere Publikum ansprechen. Das Sortiment und das Beratungsangebot sollen an das unmittelbare Umfeld mit Geschäften wie H&M und Saturn angepasst sein. Hier steht die Gesundheitsvorsorge mit Leistungen wie Ernährungsberatung und Mikroernährungsberatung im Vordergrund.

Dass Konzept gehe so weit auf, befindet Haupt. Das erste Jahr sei gut gelaufen, überm Berg sieht er seine neue Apotheke trotzdem noch nicht. „Bielefeld ist mit Apotheken gut versorgt. In so einer Situation dauert es schon zwei bis drei Jahre, bis sich eine Apotheke nachhaltig etabliert hat“, gibt er sich vorsichtig optimistisch. Ein Urteil darüber, ob die Idee ein Erfolg war, will er deshalb noch nicht fällen. Eine erste Zwischenbilanz kann er trotzdem ziehen und die fällt positiv aus, obwohl er mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

„Mehr Kunden könnte natürlich jede Apotheke gebrauchen, aber mit der bisherigen Entwicklung sind wir trotzdem sehr zufrieden“, sagt er. „Zumindest können wir mit Blick auf Planung und Konzeption feststellen, dass wir zum Glück keine größeren Fehler gemacht haben.“ An sich ist die Ausgangslage hervorragend: „An guten Tagen, beispielsweise um die Weihnachtszeit, gehen 80.000 bis 100.000 Passanten durch die Fußgängerzone, das entspricht fast einem Drittel der Einwohner Bielefelds. Als das Loom-Center wiedereröffnet wurde, war die Innenstadt so voll, dass man kaum laufen konnte.“

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