Alternativen zu Otriven für Säuglinge

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Berlin - Weil die beigefügte Pipette von Otriven 0,025 % keine exakte Dosierung zulässt, besteht laut Arzneimittelkommission der deutschen Apotheken (AMK) ein Risiko für Fehldosierungen. Bis zur Umstellung auf eine geeignetere Dosierhilfe sind die Tropfen für Säuglinge nicht mehr bei Kindern unter zwölf Monaten zugelassen. Welche Alternativen gibt es?

Otriven 0,025 % darf ab sofort erst bei Kindern ab einem Jahr angewendet werden. Vor allem in der Praxis muss auf diese Einschränkung geachtet werden: Der Arzt muss die Eltern darüber aufklären, dass es sich um einen Off-label-Use handelt – also den Einsatz eines Arzneimittels außerhalb ihrer Zulassung für Altersgruppe, Indikation, Darreichungsform oder Dosierung. Die Kasse übernimmt die Kosten für solch einen Verordnungsfall nur im Ausnahmefall. Im Zweifelsfall droht dem Arzt ein Regress.

Welche Alternativen zu Otriven gibt es?

Generell gibt es die Möglichkeit, dass die Ärzte ein anderes Fertigarzneimittel zum Abschwellen der Nasenschleimhaut aufschreiben. Als Alternativprodukt wäre Nasivin mit 0,025 % Oxymetazolin (P&G) denkbar und auch erstattungsfähig. Der Wirkstoff gehört zur gleichen Arzneistoffgruppe wie Xylometazolin. In der Selbstmedikation sollte Nasivin nicht bei Säuglingen gegeben werden. In der Fachinformation steht darüber hinaus folgender Warnhinweis: „Neugeborene und junge Säuglinge sollten mit besonderer Vorsicht behandelt werden. Es gibt einzelne Berichte zu schweren Nebenwirkungen (insbesondere Apnoen) bei Anwendung therapeutischer Dosen in dieser Altersgruppe. Dosisüberschreitungen sind unbedingt zu vermeiden.“

Für Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Jahr wird folgende Dosierung empfohlen: Während der ersten vier Lebenswochen zwei- bis dreimal täglich ein Tropfen in jede Nasenöffnung applizieren. Von der fünften Lebenswoche an bis zum Ende des ersten Lebensjahres können zwei- bis dreimal täglich ein bis zwei Tropfen in jede Nasenöffnung appliziert werden. Die genannte Einzeldosis darf nicht mehr als dreimal pro Tag verabreicht werden.

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