vfa moniert „unausgewogenen Schnellschuss“

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Berlin - Licht und Schatten sieht der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) im geplanten Gesetz für eine sichere Arzneimittelversorgung (GSAV): Die darin enthaltene Stärkung der Kompetenzen von Bundes- und Landesbehörden hält der vfa für „erfolgversprechend“. Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplanten neuen Regelungen für Orphan Drugs gegen seltene Erkrankungen bewertet der Verband dagegen als „unausgewogenen Schnellschuss“.

Das Thema Arzneimittelsicherheit sei tatsächlich von „zentraler Bedeutung“, kommentiert vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer den Gesetzesentwurf. „Die Länder werden in ihren Kontrollbefugnissen gestärkt, der Bund bei der Koordination: Vor allem der Informationsfluss, die Informationsbündelung und die Informationsbewertung in kritischen Situationen und bei Gefahr in Verzug muss besser werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) haben die Kompetenz und die Glaubwürdigkeit, um die Arzneimittelsicherheit in Deutschland in Gefahrensituationen vor einem behördlichen Informations-Wirrwarr zu bewahren“, so Fischer weiter.

Die vfa-Geschäftsführerin sieht aber andere Teile des Gesetzesentwurfes kritisch: „So sehr die Richtung beim Thema Arzneimittelsicherheit stimmt, so unverhältnismäßig und problematisch sind die geplanten Neuregelungen bei biotechnologischen Nachahmerprodukten (Biosimilars): Der automatische Austausch von Biopharmazeutika in der Apotheke geht an medizinischen Notwendigkeiten vorbei, untergräbt die passende Arzneimitteltherapie für Patienten und beschneidet die Therapiehoheit des Arztes.“

Besondere Sorge hat die vfa-Hauptgeschäftsführerin bei einem weiteren Punkt: „Bei Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen (Orphan Drugs) droht ein Schnellschuss, der nach Entschlossenheit klingt, aber nach hinten los gehen kann. Denn bewährte und von Patienten, Ärzten, Wissenschaftlern und Industrie mitgetragene Förderregelungen werden in dem besonders sensiblen Bereich der Orphan Drugs geändert. Niemand weiß, wie sich das in Zukunft auf die Arzneimittelversorgung von Patienten mit seltenen Krankheiten in Deutschland auswirkt. Und auch die Effekte auf die Medikamentenentwicklung im Bereich der Orphan Drugs sind unabsehbar.“

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