Spahn lässt sich impfen – und erklärt Reserve | APOTHEKE ADHOC
Grippeimpfstoffe

Spahn lässt sich impfen – und erklärt Reserve

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Berlin -

Zur Stunde lässt sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Charité gegen Grippe impfen, danach will er sich in der Bundespressekonferenz zum Thema äußern. Vielleicht erklärt er dann auch, wie die drohenden Lieferengpässe durch seine sogenannte nationale Reserve aufgefangen werden sollen – und wie viel Impfstoff überhaupt noch übrig ist.

Die vorbestellten Grippeimpfstoffe wurden zum größten Teil bereits ausgeliefert – Ärzte und Apotheker berichten bereits von Schwierigkeiten, an Ware zu kommen. 19,1 Millionen Dosen wurden hier bislang freigegeben, von der regulär georderten Ware sind also maximal noch 900.000 Einheiten zu erwarten. Da derzeit keine Bestellungen mehr angenommen werden können, ruhen die Hoffnungen auf der nationalen Reserve. Spahn hatte im Frühjahr angekündigt, wegen der erwarteten Nachfrage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zusätzliche 4,5 Millionen Dosen zu bestellen. Am Ende sind es sechs Millionen Einheiten geworden.

Bereits Ende September hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) darüber informiert, dass die zusätzlichen Impfstoffe ab sofort über die regulären Lieferwege bestellt werden können. Nicht nur Apotheker und Hersteller wunderten sich, auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als zuständige Behörde wurde davon überrascht: Bei der Reserve muss zwar keine Chargenkontrolle mehr erfolgen, weil dies durch die ausländischen Behörden bereits geschehen ist. Dennoch sollten beim PEI alle Informationen zusammenlaufen – immerhin muss die Behörde mit Blick auf drohende Engpässe einen Überblick über ausgelieferte und noch vorhandene Ware haben.

Angeblich soll die nationale Reserve ab November ausgeliefert werden – bis dahin droht eine Lücke. Unklar ist aber auch, wie viel Impfstoff dann noch zu erwarten ist. Wie der Hersteller Seqirus auf Nachfrage erklärt, wurden die ersten zusätzlichen Dosen von Flucelvax tetra – dem einzigen in Deutschland zugelassenen zellkulturbasierten tetravalenten Influenza-Impfstoff zur Anwendung ab neun Jahren – bereits im September ausgeliefert. Der größere Teil soll ab November für den deutschen Markt zur Verfügung stehen. Wie viel Impfstoff dann noch zur Verfügung steht, weiß derzeit wohl nur das BMG.

Unklar ist auch, wie die Reserve abgerechnet wird. Die zusätzlichen Impfstoffdosen sollen laut BMG zu den normalen Konditionen bestellt werden, bei der Bestellung soll es daher für Großhandel, Apotheken und Ärzte keine Besonderheiten geben. Das ist allerdings fraglich, denn ein großer Anteil entfällt auf importierte Ware ohne deutsche Beschriftung und in Gestalt von Einzelpackungen. Diese sollen zwar im Rahmen des Sprechstundenbedarfs verschrieben werden können. Eine PZN gibt es offenbar noch nicht.

Mehrere Impfstoffe wurden bestellt:

  • Influsplit Tetra (GlaxoSmithKline)
  • Influvac Tetra (Mylan)
  • Flucelvax Tetra (Seqirus)
  • Vaxigrip Tetra – französische Aufmachung (Sanofi-Aventis)
  • Fluzone High-Dose Quadrivalent – US-Aufmachung (Sanofi-Aventis)

Ein Sonderfall ist Fluzone, in der EU seit einigen Monaten unter dem Namen Efluelda zugelassen, aber noch nicht verfügbar. Der Impfstoff besitzt die vierfache Antigenmenge im Vergleich zu den herkömmlichen Grippeimpfstoffen und ist für Menschen ab 65 Jahren bestimmt. Die Vakzine kann ausschließlich von Gesundheitsbehörden und dem öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) bestellt werden und soll zur Vorbeugung von Ausbrüchen in Pflege- und Altenheimen und Krankenhäusern oder bei Impfaktionen des ÖGD zum Einsatz kommen. Auch hier gibt es offenbar noch keine konkreten Informationen.

 

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