Designierter Gesundheitsminister

Spahn und die digitale Identität APOTHEKE ADHOC, 02.03.2018 19:43 Uhr

Berlin - Vom designierten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwarten viele, dass er das Thema Digitalisierung aktiv in die Hand nimmt. Der 37-Jährige hat nun dargelegt, wo er den größten Handlungsbedarf sieht – und was ihn dabei frustriert.

Digitalisierung im Gesundheitssystem ist für den bisherigen Finanzstaatssekretär kein Neuland. Bereits 2016 veröffentlichte er als Co-Autor ein kleines Buch mit dem Titel „App vom Arzt“, in dem er für „bessere Gesundheit durch digitale Medizin“ plädiert. Umso genauer wird ihm nun dazu auf den Zahn gefühlt, unter anderem von der Wirtschaftswoche. Dass Deutschland bei der Digitalisierung noch hinterherhinkt, liege vor allem an zwei Bereichen: der öffentlichen Verwaltung und der schlechten Abdeckung mit schnellen Netzen.

Die schlechte Netzabdeckung sei „in einem der fortschrittlichsten Länder der Welt ein unhaltbarer Zustand, der die Menschen zu Recht in den Wahnsinn treibt“, so der CDU-Politiker. Um das zu ändern, müssten vor allem mehr Sendemasten her – und zwar nicht wenige: „Doppelt oder dreimal so viele wie die rund 75.000 Masten heute könnten es schon sein“. Dazu sieht er aber auch die Bürger in der Pflicht, sich nicht querzustellen. Es gehe nicht, „dass die Vorsitzenden einiger Bürgerinitiativen gegen Masten am lautesten über das schlechte Netz klagen. Wer digitalen Fortschritt will, muss für mehr Sendemasten sein.“

Noch verheerender fällt sein Urteil über den Stand der deutschen Verwaltung aus. „Wir hinken da eher 20 als 10 Jahre hinterher“, kritisiert er. „Große Teile der Verwaltung befinden sich gefühlt noch im Fax-Zeitalter.“ Die bisherigen Konzepte von E-Government seien „häufig nur Fassade.“ So hat die Regierung zwar die elektronische Bilanz verpflichtend eingeführt, „aber einige Finanzämter können damit technisch nicht umgehen und drucken die E-Bilanz dann aus“. Seine Forderung deshalb: „Bei der Digitalisierung der Verwaltung müssen wir wirklich den Turbo einlegen.“

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte