Spahn-Konkurrenz: Jung, weiblich, grün

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Berlin - Die Europa-Wahl vor zwei Jahren hat die politische Karriere von Alexandra Schoo angetrieben. Damals ärgerte sich die 34-Jährige über die vielen AfD-Plakate in ihrer Heimat im Münsterland. Sie trat den Grünen bei und will jetzt in den Bundestag. In ihrem Wahlkreis dominiert die CDU – allen voran Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Schoo ist in Horstmar aufgewachsen. Die Kleinstadt liegt rund 30 Kilometer von Spahns Heimatort Ottenstein entfernt. Persönlich kennt Schoo Spahn nicht, hat ihn lediglich einmal bei einer Wahlveranstaltung gesehen. Wie der Gesundheitsminister ist die zweifache Mutter im Münsterland verwurzelt. Vor Spahns politischer Karriere, die 1995 mit dem Beitritt in die Junge Union begann, hat sie Achtung: „Ich habe höchsten Respekt vor seiner politischen Leistung.“ Er sei ein „wahnsinnig starker Gegner“.

Der Wahl schaut sie positiv entgegen: Sie wolle Spahn „Feuer unterm Kessel machen“. Am 26. September sei alles möglich. „Ich bin eine völlig andere Person als Jens Spahn. Und genau darin liegt meine Qualität. Ich bin jung und frisch.“ Es sei wichtig, den Wählern im Münsterland ein Angebot seitens der Grünen zu machen. Denn aus ökologischer und sozialer Sicht, gebe es in ihrer Heimat viel zu tun.

Bei den Schwerpunktthemen gibt es Unterschiede zu Spahn: Ein zentrales Anliegen von Schoo ist der Umgang mit Atommüll. Nicht weit entfernt von ihrem Wohnort liegt Deutschlands einzige kommerzielle Urananreicherungsanlage. Der Atomausstieg sei sinnvoll, sagt Schoo. Er solle aber vollständig sein. Uran dürfe nicht weiter angereichert werden. „Wohin mit dem Müll? Für leicht- und mittelradioaktiven Abfall wird kein Endlager gesucht“, betont sie.

Die Traumapädagogin in der stationären Jugendhilfe will sich auch für soziale Themen einsetzen. Kinder und Jugendliche sowie die Gleichstellung von Frauen sind für sie wichtig. Gerade in der Pandemie seien Kinder und Jugendliche „maximal belastet“. Es gebe zu wenige Therapeuten. Insbesondere auf dem Land sei das Fehlen von Fachkräften – auch im medizinischen Bereich – ein Problem. „Ich muss 35 Kilometer zum nächsten Kindernotarzt fahren. Und was machen Eltern ohne Auto?“

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