Rx-Boni

Michalk: Rx-Versandverbot ist Option APOTHEKE ADHOC, 19.10.2016 11:21 Uhr

Berlin - Als Reaktion auf das EuGH-Urteil zum Rx-Boni-Verbot erwägen die Gesundheitspolitiker der Union ein komplettes Verbot des Rx-Versandhandels. „Vor diesem Hintergrund erscheint ein Versandhandelsverbot für deutsche Arzneimittel überlegenswert. Für die inhabergeführten Apotheken dürfen in Deutschland aufgrund des Urteils keine Wettbewerbsnachteile entstehen. Apotheken sind ein wichtiger Bestandteil einer sicheren und verlässlichen medizinischen Versorgung vor Ort“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Maria Michalk.

Ob sich ein Rx-Versandhandelsverbot in der Großen Koalition durchsetzen lässt, ist allerdings fraglich. SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte 2004 den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimittel zugelassen. Ein komplettes Rx-Verbot ist in Berlin daher vor allem mit der SPD wohl nicht zu machen.



DocMorris hat die Politik vor einem Rx-Versandverbot gewarnt. „Das ist der falsche Weg. Wir haben nicht 16 Jahre lang gegen das Rx-Boni-Verbot gekämpft, um das hinzunehmen“, sagte Max Müller, Chief Strategy Officer von DocMorris. Solche Forderungen kämen reflexartig und daher nicht völlig unerwartet. Das EuGH-Urteil fordere für solche Maßnahmen „klare Fakten und Belege“. Damit sei die Bundesregierung bereits beim Rx-Boni-Verbot gescheitert.
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