Beim AOK-Bundesverband hat man kein Verständnis für die Pläne der Pharmakonzerne Eli Lilly und Boehringer Ingelheim, ihre geplanten Investitionen in Deutschland deutlich reduzieren, falls die mit dem GKV-Spargesetz geplanten verschärften Abschläge tatsächlich umgesetzt werden. Die Vorstandsvorsitzende Dr. Carola Reimann kritisiert diese Ankündigung scharf.
„In der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt es ein finanzielles Defizit im zweistelligen Milliardenbereich – dem stehen hohe Milliardengewinne der beiden Pharmaunternehmen Eli Lilly und Boehringer Ingelheim gegenüber. Dass also ausgerechnet diese überaus profitablen Unternehmen nun versuchen, sich mit einer an Nötigung grenzenden Androhung von Investitionskürzungen ihrem Beitrag zu den dringend benötigten Einsparungen in der GKV zu entziehen, ist absolut inakzeptabel“, so Reimann.
Neu sei dieses Gebaren nicht: So sei erst 2025 darüber spekuliert worden, ob Lilly Investitionszusagen an die politische Entscheidung für vertrauliche Erstattungsbeträge geknüpft habe. Diese Geheimpreise hätten das Potential, die Gewinne weiter in die Höhe zu treiben und Beitragszahlende massiv zu belasten. Lilly nutze diese Geheimpreise bereits.
„Trotzdem wird nun wieder die populistische Keule der Investitionskürzungen geschwungen, passt sie doch so gut zum derzeitigen negativen Wirtschaftsklima“, so Reimann. Das Preisniveau für Arzneimittel habe de facto gar keinen Einfluss auf den Pharmastandort – das habe der Sachverständigenrat für Gesundheit und Pflege in einem Gutachten festgestellt. Wirklich entscheidend seien der Studie zufolge andere Faktoren, etwa die Rahmenbedingungen für Forschung, Digitalisierung und Genehmigungsverfahren.
„Darüber hinaus ist es schlicht nicht Aufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Beitragszahlenden, Standortförderung für hochprofitable Pharmaunternehmen zu betreiben. Die Abgeordneten im Bundestag sollten diese Nötigungsversuche der Pharmaindustrie in der kommenden Woche deutlich hinterfragen und sich in ihren Entscheidungen nicht davon beeinflussen lassen.“
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