Holdermann kontert Blisterkritik

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Berlin - Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Der Bundesverband patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV) hat das gemeinsame Positionspapier der Thüringer Ärzte und Apotheker zur patientenindividuellen Arzneimittelverblisterung scharf kritisiert. Das Papier strotze nur so vor Unkenntnis, hieß es in einer Mitteilung. Die patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung (PAV) habe ihren Nutzen bewiesen, so der Verband.

Die Heilberufler aus Thüringen hatten moniert, dass die Therapiefreiheit des verordnenden Arztes durch Verblisterung eingeschränkt werde, da eine kurzfristige Umstellung der Arzneimitteltherapie nur eingeschränkt möglich sei. Auch seien Arzneimittelsicherheit und Therapietreue gefährdet. Das Papier war von Apothekerkammer und -verband, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Landesärztekammer erstellt worden.

Der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann hält dagegen: „Wer den einzigen GMP-konform validierten Teilprozess in der Arzneimitteltherapie angreift, nämlich das patientenindividuelle Verblistern, verringert somit die Qualität des Gesamtprozesses.“ Er sieht seine Branche sogar im Vorteil: „Es wäre schön, wenn andere Prozessbeteiligte schon so weit wären wie die Blisterunternehmen.“

Das Stellen von Arzneimitteln in Heimen falle seit 2009 unter die Erlaubnispflicht des Arzneimittelgesetzes, hieß es vom BPAV. Aus diesem Grund dürften seit 2012 auch Apotheken nicht mehr in Heimen Arzneimittel stellen. Dass regionale Apothekerverbände das nicht als Chance begriffen, sei unverständlich.

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