Eigenpraxis der KV

Leihärzte sollen Versorgung retten

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Ebersbach-Neugersdorf -

Mitte Mai eröffnete am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Ebersbach-Neugersdorf eine neue dermatologische Praxis. Allerdings steht dahinter keine Ärztin oder Arzt, es handelt sich um eine Eigenpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV). Die neue Praxis ist ein Kooperationsprojekt mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKDD). Ziel ist es, die ambulante hautärztliche Versorgung in der Region zu stabilisieren. Denn es konnte seit sechs Jahren kein Arzt und keine Ärztin gefunden werden.

Während das UKDD die ärztliche Expertise vor Ort bereitstellt und das Klinikum Oberlausitzer Bergland den Kooperationspartnern die Praxisräumlichkeiten überlässt, übernimmt die KV die Gesamtverantwortung für den Praxisbetrieb. Dieses Modell stärke gezielt die Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und schaffe eine zukunftsfähige Struktur für die Region, hieß es.

In der Praxis sollen allgemeine dermatologische Leistungen sowie allergologische Diagnostik und Behandlung angeboten werden. Die Versorgung erfolgt demnach sowohl in Präsenz- als auch in Videosprechstunden. Ergänzend sei die Praxis in das telemedizinische Projekt „Dermatologisches Telekonsil“ eingebunden.

„Um auch in Zukunft eine wohnortnahe Versorgung aufrechtzuerhalten, müssen wir gemeinsam neue Ansätze entwickeln. Ich bin der KV Sachsen sehr dankbar für ihre Innovationskraft und ihr fortwährendes Engagement, die Versorgung im ländlichen Raum zu stärken“, lobte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). „Das Modell verdeutlicht, dass wir Brücken zwischen ambulanter und stationärer Versorgung bauen können, wenn wir uns darauf fokussieren, was uns eint: Das Ziel, unsere Versorgungsstrukturen in Sachsen zukunftsfest und innovativ auszurichten.“

Die Sicherstellung der ambulanten Versorgung gehöre zu den zentralen Aufgaben der KV Sachsen, gerade im ländlichen Raum stehe man dabei jedoch vor großen Herausforderungen, führte KV-Chef Dr. Stefan Windau an. „Mit der neuen dermatologischen Eigenpraxis in Ebersbach-Neugersdorf schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung, um die Versorgung der Menschen in der Oberlausitz langfristig zu stärken.“ Besonders wichtig sei dabei, moderne Versorgungsstrukturen mit innovativen Ansätzen wie telemedizinischen Angeboten zu verbinden und die enge Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Medizin weiter auszubauen. „Kooperative Modelle wie dieses können ein wichtiger Schlüssel sein, um die medizinische Versorgung der Patienten zuverlässig zu sichern.“

„Leuchtturm für weitere Kooperationen“

Hinter den blumigen Worten steckt eine bittere Wahrheit: Hintergrund der Initiative ist nämlich eine seit Oktober 2020 bestehende Unterversorgung im Bereich der hautärztlichen Betreuung im Planungsgebiet Löbau-Zittau. Trotz intensiver Bemühungen sei bislang kein neuer Dermatologe für die eigene Niederlassung in der Region gewonnen worden. Nun sollen in der Eigenpraxis zwei Ärztinnen über das Universitätsklinikum Dresden im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung tätig werden.

„Die medizinische Versorgung von Menschen im ländlichen Raum ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu Präventionsangeboten, moderner Diagnostik und Therapien haben“, sagte Professor Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden. Die Universitätsmedizin Dresden sehe sich hier in der Verantwortung, betonte er. Die Möglichkeiten der Digitalisierung seien ein Schlüssel, um diese wahrzunehmen. „Das neue dermatologische Angebot in Ebersbach-Neugersdorf ist beispielhaft dafür und kann Leuchtturm für weitere Kooperationen sein“, so Platzbecker.

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