Inhaber lieben die CDU | APOTHEKE ADHOC
ACAlert zur Europawahl

Inhaber lieben die CDU

, Uhr
Berlin -

Bei aller Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bleibt die Union in den Apotheken die mit Abstand beliebteste Partei. Laut einer aktuellen APOSCOPE-Umfrage zur Europawahl liegen CDU/CSU in der Offizin deutlich vorn, besonders bei den Inhabern. Die Wahl findet am 26. Mai statt, in einzelnen Ländern auch schon an einem oder mehreren Tagen zuvor. In Deutschland ist der übernächste Sonntag Wahltag. Die Befragung wurde vom Importeur ACA Müller ADAG Pharma in Auftrag gegeben.

Bei der APOSCOPE-Umfrage unter 305 Apothekern und PTA gaben 30,8 Prozent an, bei der Europawahl CDU oder CSU zu wählen. Zweitstärkste Kraft würden die Grünen (14,8 Prozent), dahinter folge SPD mit 9,2 Prozent und FDP mit 6,2 Prozent. Die Linke kommt wie die AfD auf 5,9 Prozent, Freie Wähler (4,3 Prozent) und Die Partei (3,9 Prozent) haben immerhin noch achtbare Ergebnisse, Tierschutzpartei, Familienpartei und Piraten liegen zwischen 1,3 und 0,3 Prozent. Da insgesamt mehr als drei Dutzend Parteien antreten, würden 8,5 Prozent eine Gruppe ihre Stimme geben, die in der Vorauswahl (beste Ergebnisse der Wahl 2014) nicht aufgeführt war. Weitere 8,2 Prozent gaben an, Nichtwähler zu sein.

Spannend sind insbesondere die zum Teil erheblichen Abweichungen zwischen den Berufsgruppen in der Apotheke sowie der Vergleich zur Wahl 2014. Bei den Apothekeninhabern unter den Befragten würden CDU/CSU tatsächlich mit 50,7 Prozent die absolute Mehrheit der Stimmen gewinnen. Ebenso erstaunlich ist, dass die rechtspopulistische AfD zweitstärkste Kraft im Europaparlament würde – mit 8,5 Prozent allerdings deutlich abgeschlagen und nur relativ knapp vor den Grünen (7 Prozent), gefolgt von Die Linke, Freie Wähler und Die Partei (alle 5,6 Prozent). SPD (2,8 Prozent) und FDP (1,4 Prozent) haben dagegen bei den Apothekern nahezu jeden Kredit verspielt.

Die Ergebnisse unter den angestellten Apothekern und PTA entsprechen deutlich mehr allgemeinen Umfragen. Zwar liegt die Union auch hier mit 24,8 Prozent vorne, der Vorsprung vor den zweitplatzierten Grünen (17,1 Prozent) ist aber deutlich geringer. Es folgen SPD (11,1 Prozent), FDP (7,7 Prozent) und Die Linke (6 Prozent), erst dahinter die AfD (5,1 Prozent). Andere (10,3 Prozent) und Nichtwähler (7,7 Prozent) sind bei den Angestellten relevante Größen. Ebenfalls interessant: In der Gruppe der PTA ist die SPD mit 13,7 Prozent deutlich stärker und hinter der Union (17,6 Prozent) Nummer 2, gefolgt von den Grünen (12,7 Prozent).

Zwar würden CDU/CSU nach dieser Umfrage immer noch ein sehr gutes Ergebnis einfahren, gegenüber der letzten Europawahl muss die Union aber mit Verlusten rechnen: 2014 hatten nach eigenen Angaben noch 38 Prozent ihr Kreuz bei CDU/CSU gemacht, sogar 63,4 Prozent der Inhaber.

Gewisse Rückschlüsse lässt die Umfrage zwar auch auf die allgemeine Stimmungslage im Land zu, 1:1 übertragen lassen sich die Werte aber nicht. Denn die Apotheker und PTA unterscheiden durchaus zwischen Bundestags- und Europawahl. Nur 28,2 Prozent wählen normalerweise dieselbe Partei, weitere 51,4 Prozent antworteten aber nur mit „eher ja“. Und 20 Prozent wählen anders oder tendieren dazu.

Die Zahlen in diesem Zusammenhang sprechen nicht für eine große Europabegeisterung: 11,8 Prozent haben 2014 nicht gewählt, 21,6 Prozent wissen nicht mehr, wo sie ihr Kreuz gesetzt haben. Und unter den aktuellen Nichtwählern begründen 52 Prozent ihre Entscheidung mit „Zweifel an demokratischen Institutionen in der EU“. Weitere 28 Prozent haben kein Interesse an der Wahl, 4 Prozent lehnen die EU sogar vollends ab.

An der Befragung nahmen am 10. Mai insgesamt 305 Apotheker und PTA teil, darunter 71 Inhaber, 32 Filialleiter und 100 angestellte Apotheker sowie 102 PTA. Das Panel von APOSCOPE besteht aus mehr als 2000 verifizierten Apothekerinnen, Apothekern und PTA.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
3500 Apotheken weniger in 14 Jahren
Seit 2008: Jede sechste Apotheke verschwunden »
Fast 400 Apotheken weniger
Rekordrückgang bei Apothekenzahlen »
Mehr aus Ressort
Hausärzte und Apotheker in Nordrhein
Gemeinsam gegen Regress und Retax »
BMG verweist auf Rahmenvertrag
Bürokratie: Apotheken sind selbst schuld »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Hausärzte und Apotheker in Nordrhein
Gemeinsam gegen Regress und Retax»
BMG verweist auf Rahmenvertrag
Bürokratie: Apotheken sind selbst schuld»
Lippenpflege im Winter
Öle gegen spröde Lippen»
Schlüsselrolle bei wichtigen Stoffwechselfunktionen
Hautvitamin B2: Vorstufe von Coenzymen»