Herstellerabschlag

Kassen hätten gerne mehr Rabatt

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Berlin -

Der GKV-Spitzenverband hat sich verhalten positiv zu der Einigung der Gesundheitsexperten von Union und SPD geäußert: „Insgesamt gehen die Beschlüsse in die richtige Richtung, auch wenn wir uns für die gesetzliche Krankenversicherung einen höheren Großkundenrabatt gewünscht hätten.“ Gemeint ist der Herstellerabschlag.

Die Unterhändler von Union und SPD hatten sich in der Arbeitsgruppe gestern darauf verständigt, dass der Zwangsrabatt der Hersteller ab Januar 7 Prozent betragen soll. Eigentlich wäre der Abschlag zum Jahreswechsel von 16 auf 6 Prozent gefallen. Zudem soll das Preismoratorium aus dem Jahr 2009 weiterhin gelten. Im Gegenzug gibt Schwarz-Rot die vorgesehene Nutzenbewertung des Bestandsmarktes auf.

Ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands bewertete den Kompromiss so: „Die Kombination aus einem Prozent zusätzlichem Großkundenrabatt und Preismoratorium könnte ungefähr den Einsparverlust durch die Streichung der Bestandsmarktbewertung ausgleichen.“

Die angehende Große Koalition rechnet dagegen mit einem deutlichen Gewinn für die Kassen: Aus der schwierigen Nutzenbewertung für den Bestandsmarkt wären nach Schätzungen nur 60 Millionen Euro herausgesprungen, das verlängerte Preismoratorium soll jährlich Einsparungen von bis zu 700 Millionen Euro bringen.

Die Preissperre sei zwar ein massiver Eingriff in das Marktgeschehen, heißt es aus Verhandlungskreisen. Dafür hätten alle Beteiligten jetzt Planungssicherheit bezüglich der im Markt befindlichen Arzneimittel. Mit der Lösung könnten alle Seiten leben, so der Tenor. Die Verbände der Pharmaindustrie hatten das geplante Paket erwartungsgemäß scharf kritisiert.

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