Hennrich: Medizin-Personal, Alte und Kranke zuerst

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Berlin - Noch ist kein Impfstoff gegen das Corona-Virus gefunden. Trotzdem wird bereits über eine Impflicht diskutiert. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert diese. Die Bundesregierung setzt auf Freiwilligkeit. Dabei liegt das eigentliche Problem voraussichtlich in der verfügbaren Impfstoff-Menge. Nicht alle Bürger werden sofort gegen das Corona-Virus geimpft werden können. Daher fordert CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich eine Priorisierung: „Wir brauchen eine klare Linie und ein gestaffeltes Impfkonzept.“ Krankenhaus- und Pflegepersonal sowie vulnerable Personen müssten zuerst geimpft werden, fordert Hennrich. Die Bundesregierung hat bereits ein „risikoorientiertes Priorisierungskonzept“ beauftragt.

„Wir dürfen das Impfen gegen das Corona-Virus nicht dem Markt überlassen“, fordert Hennrich. Es dürfe kein „Windhundprinzip“ geben, bei dem der schnellere oder finanzkräftigere zuerst geimpft werde. Laut Hennrich sollten Krankenhaus- und Pflegepersonal und andere für die Versorgung und Infrastruktur wichtige Personengruppe bevorzugt mit einem Corona-Impfstoff geimpft werden. Anschließend kämen gesundheitliche Risikogruppen an die Reihe, ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

So sieht es auch die Bundesregierung. In einer Antwort auf eine Anfrage der AfD heißt es: Aktuell stehe kein Impfstoff zum Schutz vor Covid-19 zur Verfügung. Laut einer aktuellen Übersicht befänden sich mit Stand 8. April 2020 mehr als 100 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung. „Die meisten Impfstoff-Kandidaten befinden sich derzeit noch in der präklinischen beziehungsweise explorativen Entwicklungsphase, einige Kandidaten werden bereits in klinischen Phase I Studien untersucht (Stand 15. April 2020).“ Derzeit sei unklar, wann ein zugelassener Impfstoff zum Schutz von COVID-19 zur Verfügung stehen werde.

Die Bundesregierung prüfe derzeit, bei aussichtsreichen Entwicklungen unterstützende Maßnahmen mit den Entwicklern zu vereinbaren, damit parallel zur wissenschaftlichen Entwicklung des Impfstoffs bereits ausreichende Produktionskapazitäten für einen Impfstoff aufgebaut werden können. „Zudem wird es erforderlich sein, Bevölkerungsgruppen zu definieren, die von einer Covid-19 Impfung besonders profitieren werden, wie beispielsweise vulnerable Personen und das medizinische Personal.“ Vor diesem Hintergrund sei die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) beauftragt worden, ein „risikoorientiertes Priorisierungskonzept“ für eine mögliche Impfoption zu entwickeln, „da nicht damit zu rechnen ist, dass unmittelbar ausreichend Impfstoff für die Gesamtbevölkerung zur Verfügung steht“.

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