Festbeträge

Kassen: Apotheker müssen informieren

, Uhr

Nach Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) geht die Zahl der zuzahlungsbefreiten Medikamente zum 1. Juli um mehr als ein Drittel von 4800 auf 3000 nach unten. Bei 33.000 Arzneimitteln unter Festbetrag sinkt die Zuzahlungsbefreiungsquote damit von fast 15 auf unter 10 Prozent. Im Durchschnitt fallen laut DAV pro Packung 2,60 Zuzahlung an. Mit 2 Milliarden Euro hätten die Patientenzuzahlungen im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht.

Laut GKV-Spitzenverband sind derzeit rund 510 Millionen Arzneimittelverordnungen mit Festbeträgen belegt. Das entspreche rund 78 Prozent der Arzneimittelverordnungen und rund 39 Prozent des Ausgabenvolumens. Damit sparen die Kassen jährlich rund 7 Milliarden Euro ein.

Unter Umständen können auch Aufzahlungen anfallen, nämlich dann, wenn Hersteller die Preise für ihre Arzneimittel nicht auf Festbetragsniveau senken. Daiichi Sankyo und Berlin Chemie etwa verlangen für ihre Blutdrucksenker Olmetec und Votum (Olmesartan) weiterhin den alten Preis. Patienten müssen bis zu 86 Euro selbst zahlen. Auch Generikahersteller sehen sich teilweise außerstande, ihren Preis anzupassen. Für Eprosartan etwa gilt ab morgen ein Festbetrag von 30,33 Euro. Aristo, exklusiver Vertragspartner bei mehreren Kassen, senkt den Preis zwar, allerdings nicht bis auf das Festbetragsniveau, sodass eine Aufzahlung von 17 Euro anfällt.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Ärzte drohen mit Ausstieg aus Gematik
E-Rezept: KBV rechnet mit Spahn ab»
Versandverbot für Notfallkontrazeptiva
Switch-Vorbild „Pille danach“?»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»