Zambo beklagt Chaos bei Test-Strategie

„Fast eine Gemeinheit, was die Bundesregierung mit uns macht“

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Berlin -

Seit gestern sollen sich alle Bürger:innen mindestens einmal wöchentlich kostenlos auf Corona testen lassen können. In der Theorie. Denn mit seinem Schnellschuss hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mal wieder alle überfordert. Tatjana Zambo, Vize des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV), beklagt, dass immer noch zentrale Fragen offen sind.

Die Apotheken werden vielerorts überrannt. Die Kunden wollen sich testen lassen, doch noch immer warten Zambo und ihre Kolleg:innen auf die finale Fassung der Test-Verordnung. Im jüngsten Entwurf habe es geheißen, dass sich jeder „mindestens einmal pro Woche“ testen lassen darf. Das könne aber niemand nachvollziehen, so Zambo gegenüber APOTHEKE ADHOC. „Wir sind gespannt, was im finalen Entwurf drinsteht.“ Es sei im Übrigen auch gar nicht sinnvoll, dass sich jemand einmal testen lässt und anschließend eine Begegnung hat, bei der eine zweite Testung sinnvoll wäre.

Zwar glaubt Zambo nicht, dass das Angebot in dem Maße angenommen wird, „dass die Leute einen ‚Test-Tourismus‘ entwickeln“. Bis man aber überhaupt loslegen könne, blieben die Details aus der Verordnung abzuwarten. „Wir wissen nichts. Wir wissen nur vom Land Baden-Württemberg, dass wir keine Nachweise führen müssen und dass nur ein Personalausweis vorgezeigt werden muss.“

Das bedeutet für sie in der Praxis: Sie müsse alle Bürger:innen testen, egal ob aus Berlin oder aus München, solange diese einen festen Wohnsitz in Deutschland haben. „Und ich kann nicht nachprüfen, ob der schon mal da war und schon gar nicht, ob er schon woanders getestet wurde“, so Zambo.

Für die LAV-Vize ist es deshalb auch nicht vorstellbar, dass die Apotheken einen Nachweis bringen müssen. Sie hofft, dass die Testverordnung nun endlich veröffentlicht wird. „Bei uns steht alles Kopf, die Menschen drehen durch. Das ist ein absolutes Unding, was da gerade passiert. Chaos hoch zehn und eigentlich fast eine Gemeinheit, was die Bundesregierung mit uns macht.“

 

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