GKV-Spargesetz

Dobbert: Generalangriff auf Apotheken

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Potsdam -

Der Referentenentwurf zum GKV-Spargesetz schlägt weiter hohe Wellen. „Der Entwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für ein GKV-Finanzstabilisierungsgesetz ist ein regelrechter Generalangriff auf die Apotheken, der ohne Frage eine weitere Schließungswelle nach sich ziehen wird“, kommentiert Jens Dobbert, Präsident der Apothekerkammer in Brandenburg.

Zu dessen Finanzierung sollen die Apotheken sowohl 2023 als auch 2024 durch die Erhöhung des Krankenkassenrabatts mit einem Beitrag von 140 Millionen Euro herangezogen werden. „Dass das Ministerium in diesem Zusammenhang davon spricht, auch bei den Apotheken Effizienzreserven zu heben, ist ein mehr als schlechter Witz“, so Dobbert. Kaum ein Bereich im Gesundheitssystem arbeite so effizient wie die Apotheken. Durch diese Effizienz sei es den Apotheken in Brandenburg überhaupt möglich gewesen, Preissteigerungen und Mindestlohnanpassungen umzusetzen. Gerade in Brandenburg mit seiner ohnehin geringen Apothekendichte bräuchten die öffentlichen Apotheken jetzt mehr und nicht weniger Geld, so Dobbert.

Auch im Koalitionsvereinbarung hat sich die Ampel dazu bekannt, die Vor-Ort-Apotheken zu stärken und pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) auszubauen. Die Erlöse aus den pDL reichten aber nicht aus, um den Apotheken eine Erhöhung des Apothekenabschlags abzuringen.

„Kalte Enteignung“ droht

Seit 2014 ist die Zahl der Apotheken in Brandenburg rückläufig und das Durchschnittsalter der Apotheker steigt laut Kammer weiter. Dobbert erwartet nicht nur eine Schließungswelle, sondern auch Probleme beim Verkauf von Apotheken. Er spricht von einer „kalten Enteignung“. Vor allem ländliche Regionen müssten den Preis für die Pläne aus Berlin zahlen.

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