Impfstrategie der Bundesregierung

Covid-19 und Grippe: BMG empfiehlt Doppel-Impfung

, Uhr
Berlin -

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) rät Bürger:innen, sich gleichzeitig gegen Covid-19 und Grippe impfen lassen – sofern jeweils eine Impfempfehlung besteht. In der Wintersaison 22/23 könnten sich die Empfehlungen zur Influenza-Impfung und zur Covid-19-Auffrischimpfung gegenseitig begünstigen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Sofern Patienten eine Impfstelle aufsuchten, um sich gegen Influenza impfen zu lassen, könne ebenfalls der Covid-19-Impfstatus überprüft und gegebenenfalls eine fällige Impfung verabreicht werden und umgekehrt, so das BMG.

Seit Oktober 2022 läuft in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut (RKI) die Informationskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Grippeschutzimpfung. Die Kampagne ziele auf Bevölkerungsgruppen, für die es eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gebe. Das seien Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere sowie medizinisches Personal. Ausreichend Grippeimpfstoffe für impfwillige Personen sollten nach Kenntnis der Regierung zur Verfügung stehen.

Lösung für Engpässe

Sei einmal kein für die jeweilige Indikation und das Alter zugelassener Impfstoff mit vergleichbarer Antigenzusammensetzung verfügbar, gebe die Stiko Alternativen an, so das BMG. Seit Januar 2021 werde allen Personen ab 60 Jahren im Herbst eine jährliche Impfung gegen die saisonale Influenza mit einem inaktivierten, quadrivalenten Influenza-Hochdosisimpfstoff empfohlen. Bei Lieferengpässen sollte auf inaktivierte, quadrivalente Influenza-Impfstoffe zurückgegriffen werden. Somit könne sichergestellt werden, dass selbst bei der Verwendung von konventionellen quadrivalenten Impfstoffen für Personen ab 60 Jahren eine – wenn auch leicht niedrigere – Schutzwirkung erzielt werden könne.

Nach Kenntnis der Bundesregierung befinden sich derzeit bei mehreren Herstellern mRNA-basierte Impfstoffkandidaten in der Entwicklung. Vorteile dieser Impfstofftechnologie könnten eine schnellere Möglichkeit der Anpassung an Virusvarianten, eine bessere Skalierbarkeit bei der Produktion und eine Verbreiterung des Immunschutzes sein. „Die Entwicklungen bleiben jedoch zunächst abzuwarten“, heißt es in der Antwort.

Linke fragt nach schweren Verläufen

Die Linksfraktion hatte nach schweren und tödlichen Krankheitsverläufen bei Influenza und Covid-19 bei Menschen unter 60 Jahren gefragt. Nach Angaben des BMG schwankt die Letalität bei saisonaler Influenza je nach Saison beziehungsweise Welle erheblich. „Es wird geschätzt, dass die Influenza-assoziierten Todesfälle der saisonalen Influenza aus den Jahren 1999 bis 2015 in Europa mit etwa 6 Prozent die ‚jüngere‘ Bevölkerung betreffen“ – das sind Personen unter 65 Jahren.

Mit Verweis auf die RKI-Zahlen teilt das BMG zudem mit, dass es bis Juli 2022 circa 145.000 übermittelte Covid-19-Todesfälle hab. Der Anteil an Verstorbenen unter 60 Jahren davon sei in etwa 5 Prozent. Häufigkeit der schweren und tödlich verlaufenden Fälle zwischen saisonaler Influenza und Covid-19 können nicht anhand der Meldungen gemäß Infektionsschutzgesetz verglichen werden.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Mehr zum Thema
Podcast NUR MAL SO ZUM WISSEN
Digital, Patient egal
„Die Versorgung geht den Bach runter“
Heilberufe: Kampfansage an Lauterbach

APOTHEKE ADHOC Debatte