Correctiv startet Analgetika-Erhebung

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Denn das Problem scheint nicht nur im Profifußball virulent zu sein. Wer sich mit Amateurfußballern unterhält, höre immer wieder ähnliche Geschichten, stellt Correctiv fest: „Ein wichtiges Spiel steht an. Einige Spieler sind leicht angeschlagen oder verletzt. Mit Schmerzmitteln lassen sich die Schmerzen kurzzeitig ausschalten. In den Mannschaftskabinen greifen die Fußballer zu Ibuprofen, Paracetamol oder Voltaren.“

Correctiv will deshalb nun herausfinden, wie weit verbreitet der Schmerzmittelgebrauch im Amateurfußball ist, auch weil es dazu bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt und die Fußballverbände dazu keine Daten erheben. Das Problem könnte demnach durchaus gesellschaftliche Relevanz haben, immerhin hat der DFB über sieben Millionen Mitglieder, zwei Millionen davon aktive Vereinsspieler. Pro Saison werden in Deutschland 1,3 Millionen Partien gespielt. „Wenn viele dieser Sportler regelmäßig zu Schmerzmitteln greifen, ist das in erster Linie für sie selbst gefährlich – aber auch für die Gesellschaft“, so Correctiv.

Deshalb fordert das gemeinnützige Recherchebüro nun Amateurfußballer auf, an einer wenige Minuten dauernden Umfrage teilzunehmen. Darin wird unter anderem erfragt, wie oft und regelmäßig man im Laufe der eigenen Fußballkarriere wie viele Analgetika eingenommen hat. Auch nach Wirkstoffen wird gefragt, zur Auswahl stehen Ibuprofen, Diclofenac, Arcoxia und Aspirin. Auch die Motivation wird abgefragt: Unter anderem können die Befragten anklicken, ob sie Schmerzmittel genommen haben, um Schmerzen aus einer Verletzung zu lindern, die Belastbarkeit nach einer Krankheit oder Verletzung zu erhöhen, die Leistung zu steigern, um den Kopf frei zu haben und sich sicher zu fühlen oder etwa „ohne konkrete Ziele“ – „Ich nahm sie aus Routine“, ist eine weitere Möglichkeit. Darauf aufbauend soll erfragt werden, wie gut die Spieler vorher beispielsweise über Folgeschäden und Nebenwirkungen informiert waren oder sind. Ob die Umfrage verwertbare Ergebnisse liefert, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

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