Viele Ärzte, aber schlecht verteilt

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Berlin - Wo der Arzt fehlt, ist auch die Existenz der Apotheke in Gefahr. Angesichts der im internationalen Vergleich überdurchschnittlichen Quote von 4,1 Ärzten pro 1000 Einwohnern in Deutschland sollten sich die Apotheker daher keine großen Sorgen machen müssen. Allerdings weist der aktuelle Ärzteatlas 2016 deutliche regionale Unterschiede aus. In abgelegenen Regionen gibt es bereits medizinische Versorgungslücken. Dort wird es auch für Apotheker schwer.

Mit 4,1 Ärzten pro 1000 Einwohner steht Deutschland bei der Arztdichte im internationalen Vergleich auf einem Spitzenplatz. Nur in Griechenland, Österreich, Norwegen und Portugal gibt es mehr. Damit liegt Deutschland knapp ein Viertel über dem internationalen Durchschnittswert von 3,3 Ärzten pro 1000 Einwohner. Der aktuelle Ärzteatlas 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt zudem, dass die Arztdichte in Deutschland zwischen 1991 und 2015 um knapp 50 Prozent zugenommen hat. Allerdings drängeln sich die meisten Ärzte in den Ballungsgebieten.

„Die Versorgungslage ist durch eine steigende Arztdichte, aber auch durch erhebliche Verteilungsprobleme gekennzeichnet. Die Überversorgung in einigen Regionen bindet Ressourcen, die anderswo fehlen“, so Helmut Schröder, stellvertretender WIdO-Geschäftsführer. Der Gesamtversorgungsgrad liege bei sämtlichen Fachrichtungen deutlich über dem Soll. Selbst im vieldiskutierten hausärztlichen Bereich ergibt sich 2015 bundesweit ein Gesamtversorgungsgrad von knapp 110 Prozent. Auch bezogen auf die Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen gebe es nirgendwo eine Unterdeckung.

Insgesamt sind 44 Prozent aller Planungsbereiche bei Hausärzten rechnerisch überversorgt. Es gibt also insgesamt mehr Hausärzte, als im Rahmen der Bedarfsplanung nötig wären. „Allerdings zeigen sich“, so Schröder, „zum Teil enorme regionale Unterschiede: Einer Unterversorgung oder drohenden Unterversorgung in einigen Landstrichen steht eine deutliche Überversorgung insbesondere in Ballungsgebieten und für Ärzte attraktiven Regionen gegenüber.“

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