Milliardenplus als Fantasiezahl

Ärzte kritisieren „Kassenpropaganda“

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Berlin -

Auch im kommenden Jahr könnten sich die Ärztinnen und Ärzte über ein Milliarden-Plus freuen – diese Aussage von Stefanie Stoff-Ahnis vom GKV-Spitzenverband weist der Virchowbund als Falschbehauptung zurück: Eine Steigerung der Gesamtvergütung von 2,2 Prozent bei einer gleichzeitig zu erwartenden Inflation von 3 Prozent bedeute vielmehr einen realen Geldverlust.

„Der GKV-Spitzenverband wirft mit Fantasiezahlen um sich, ohne sie in einen realen Zusammenhang zu setzen. Das ist reine Kassenpropaganda“, kritisiert Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes.

Die Ärzteschaft versorge immer mehr Menschen, die immer kränker und älter würden. Zudem müssten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte höhere Personal-, Sach- und Energiekosten stemmen. Gleichzeitig machten Kassen und die Politik dennoch immer weiter Leistungs- und Terminversprechungen.

Schaue man ausschließlich auf die steigende Gesamtvergütung, blende man aus, wie viel Versorgung auch bezahlt werden müsse. „Termine entstehen nicht einfach durch realitätsferne Gedankenspiele in Vorstandsbüros des GKV-Spitzenverbandes. Hinter jedem Termin stehen Ärzte, MFA, Räume und Geräte, die echtes Geld kosten. Wer zusätzliche Kapazitäten schaffen will, muss sie also auch finanzieren“, so Heinrich weiter.

Budgetierung sorgt für Terminknappheit

Die Ursachen für Engpässe seien laut einem aktuellen Impulspapier des Virchowbundes vor allem in der Budgetierung ärztlicher Leistungen, dem GKV-Spargesetz mit dem Entzug von drei Milliarden Euro für die ärztlichen Praxen und fehlenden wirtschaftlichen Anreizen für zusätzliche Sprechstunden zu suchen.

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