Weiterhin leere Schübe bei Aarane und Allergospasmin

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Berlin - Seit Monaten bestehen bei den beiden Asthmamitteln Aarane (Sanofi) und Allergospasmin (Meda) Lieferengpässe. Eigentlich sollten beide Präparate jetzt wieder lieferbar sein, doch weder Sanofi noch Meda können aktuell liefern.

Bei Allergospasmin N (Natriumcromoglicat/Reproterolhydrochlorid, Meda) führten Produktionsprobleme zu anhaltenden Lieferschwierigkeiten. Mitte Mai kündigte der Hersteller an, dass es im Juni, spätestens im Juli, neue verfügbare Chargen geben soll. Nun, Ende Juli, sind die Schubfächer immer noch leer. Meda konnte bisher nicht liefern. Die Chargenüberprüfungen der bereits vorproduzierten mengen dauern an. Bis Ende September wird das Schubfach wohl leer bleiben.

Auch bei Sanofi gibt es mit dem Präparat Aarane Probleme. Das Cromolgicinsäure- und Reproterol-haltige Arzneimittel sollte eigentlich Ende Juni wieder lieferbar sein. Doch bislang kann nichts bestellt werden. Das BfArM informiert, dass der Lieferengpass für Aarane bis Ende August 2021verlängert werden musste. Als Grund werden Produktionsprobleme genannt. „Wir haben den Lieferengpass für Aarane bis Ende August 2021 verlängern müssen“, informiert eine Sprecherin von Sanofi. „Der Grund für den Engpass sind verschiedene Probleme bei der Qualitätskontrolle beim gemeldeten Labor für die Qualitätstestung. Dadurch kommt es zu Verzögerungen bei der Endfreigabe.cWir sind bemüht, die Versorgung mit Aarane so schnell wie möglich wieder zu gewährleisten.“

Ein Problem entsteht auch für die Patient:innen, denn zu Aarane und Allergospasmin existieren keine wirkstoffgleichen Alternativen. Asthmatiker:innen können nur auf andere Wirkstoffe ausweichen. Orientiert man sich an der „Nationalen Versorgungs-Leitlinie Asthma“ so kann zwischen zwei Stufen unterschieden werden. In der Stufe 1 „Bedarfstherapie“ sollen kurzwirksame β-2-Sympathomimetika zum Einsatz kommen. Auch eine Fixkombination aus niedrig dosierten inhalativen Corticosteroiden (ICS) und dem langwirksamen β-2-Sympathomimetika Formoterol ist indiziert. In Stufe 2, der Langzeittherapie, sollen ICS mit bedarfsorientierten kurzwirksamen β-2-Sympathomimetika gegeben werden. Die Fixkombination aus ICS und Formoterol kann auch in Stufe 2 Anwendung finden.

Generell gelten Aarane und Allergospasmin als obsolet und unwirtschaftlich. In der Leitlinie sind die beiden Mittel nicht mehr zu finden. Für die Kassen zeigt die Kombination der Wirkstoffe keinen therapeutischen Vorteil gegenüber alternativen Monopräparaten. Die AOK wies bereits im Januar vergangenen Jahres darauf hin, dass Ärzte darüber informiert wurden, „dass beide Arzneimittel medizinisch zweifelhaft und gleichzeitig im Vergleich zu gut wirksamen Alternativen deutlich teurer sind.“ Würden Ärzte weiterhin Aarane und Allergospasmin verordnen, müssten diese mit einer finanziellen Forderung seitens der Kasse rechnen. „Die Kombination beider Wirkstoffe ist daher nicht sinnvoll“, so die AOK und erklärt auch den Einwand.

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