Rizmoic gegen Verstopfung

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Berlin - Verstopfung ist eine sehr häufige Nebenwirkung von Opioiden. Viele Standardabführmittel sind bei der Behandlung der Erkrankung nicht wirksam. Darüber hinaus ist der dauerhafte Gebrauch mancher Laxantien kontraindiziert. Rizmoic enthält den Wirkstoff Naldemedin. Der peripher wirkende μ-Opioidrezeptor-Antagonist und wurde vom japanischen Pharmaunternehmen Shionogi entwickelt. Da die Wirkstoffmoleküle so entwickelt wurden, dass sie die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden können, blockiert das Arzneimittel nicht die Wirkung von Opioiden auf die Schmerzrezeptoren im Gehirn – die Schmerzlinderung wird nicht beeinträchtigt.

Verstopfung ist eine häufige Nebenwirkung von Opioiden, die auch im Laufe der Behandlung bestehen bleiben kann. Die Ursache liegt in der Bindung der Arzneistoffe an μ-Rezeptoren im Darm. Diese Bindung führt zu einer Verminderung der Darmbewegungen und einer verstärkten Absorption von Wasser. Bei anderen Nebenwirkungen wie beispielsweise Müdigkeit gibt es eine Toleranzentwicklung – sie nimmt mit der Zeit ab. Bei Verstopfung ist dies nicht der Fall, die Verdauung bleibt dauerhaft eingeschränkt.

μ-Opioidrezeptor-Antagonist

Der Wirkstoff Naldemedin ist ein peripher wirkender µ-Opioid-Rezeptor-Antagonist, der im Magen-Darm-Trakt wirkt. Dort bindet der Wirkstoff an den speziellen Rezeptoren und blockiert sie. Dadurch wird die verstopfende Wirkung von Opioiden verringert. Naldemedin wurde galenisch so entwickelt, dass es nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Das ist wichtig, damit die zentrale schmerzlindernde Wirkung nicht nachlässt. Der Nutzen des neuen Arzneimittels liegt somit in der Fähigkeit, eine Erhöhung der Anzahl der spontanen Darmbewegungen einzuleiten. Indiziert ist die Gabe ausschließlich bei Opiod-induzierter Obstipation.

Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Rizmoic den Stuhlgang bei Patienten, die derzeit Abführmittel einnehmen oder in der Vergangenheit Abführmittel eingenommen haben, wirksam verbessert. In zwei Studien mit insgesamt 1095 Patienten, die Opioide gegen chronische Schmerzen einnahmen, erreichten die Hälfte der Rizmoic-Gruppe nach 12-wöchiger Einnahme das gewünschte Ergebnis – in der Placebogruppe waren es 34 Prozent. In einer weiteren Studien mit 307 Patienten, die Opioide gegen Krebsschmerzen einnahmen, erreichten 74 Prozent der Patienten der Rizmoic-Gruppe nach 14-tägiger Einnahme das gewünschte Ergebnis – in der Placebogruppe waren es 36 Prozent.

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