Retinoide: Schwangerschaften müssen gemeldet werden

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Berlin - Die Gruppe der oralen Retinoide fordert Apotheker und PTA bei der Beratung – insbesondere dann, wenn Frauen im gebärfähigen Alter eine Verschreibung über Isotretinoin & Co. vorlegen. Denn eine Schwangerschaft ist während der Therapie unter allen Umständen zu vermeiden. Nun hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) alle Angehörigen der Gesundheitsberufe aufgefordert, sämtliche Fälle von Schwangerschaften unter der Anwendung von Retinoiden zu melden. Hierfür soll ein spezielles Aktenzeichen genutzt werden.

Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin dürfen oral bei Frauen im gebärfähigen Alter nur unter Einhaltung eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms angewendet werden. Vor der Verschreibung und Abgabe sollen die Risiken anhand des Schulungsmaterials mit den Patientinnen besprochen werden.

Nun sollen Schwangerschaften, die unter der Einnahme von oralen Retinoiden entstehen, gemeldet werden. Das BfArM fordert zukünftig die Meldung aller Schwangerschaften, die unter der Therapie mit oral anzuwendenden Retinoiden oder innerhalb des kritischen Zeitraums nach der Einnahme eintreten. Einmal jährlich sollen die Meldungen gesammelt übermittelt werden. Hierfür soll ein spezielles Geschäftszeichen verwendet werden. Auch Apotheken sollen künftig einmal jährlich mögliche Vorfälle melden.

Das zu verwendende Geschäftszeichen lautet 75.02-5221-2020-07/00141/RET. Alle Schwangerschaften, die bis zu einem Monat nach dem Absetzen von Alitretinoin und Isotretinoin auftreten, müssen ebenfalls gemeldet werden. Für den Wirkstoff Acitretin gilt ein Zeitraum von bis zu drei Jahren nach Absetzen der Therapie.

Bei der Verordnung von oralen Medikamenten mit den Wirkstoffen Acitretin, Alitretinoin oder Isotretinoin dürfen Apotheker diese erst an Frauen im gebärfähigen Alter abgeben, nachdem die Checkliste abgearbeitet wurde: Die Höchstmenge je Verschreibung darf den Therapiebedarf für 30 Tage nicht übersteigen und Verschreibungen sind nur bis zu sechs Tage nach dem Tag ihrer Ausstellung gültig. Zudem sollen die Patientinnen darauf hingewiesen werden, retinoidhaltige Arzneimittel zur oralen Anwendung niemals einer anderen Person zu geben und ungenutzte Kapseln am Ende der Behandlung in der Apotheke abzugeben.

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