Hormonpräparate

Periode verschieben dank „Holiday-Pille“? Cynthia Möthrath, 14.08.2019 14:04 Uhr

In Deutschland sind Präparate mit Norethisteron in entsprechenden Dosierungen nicht zugelassen. Das Hormon ist jedoch in verschiedenen Kombinationspräparaten zur Empfängnisverhütung oder für Wechseljahresbeschwerden in geringeren Konzentrationen enthalten und stellt dort die Gestagenkomponente dar. Als Monopräparat ist es in Form einer Verhütungsspritze auf dem Markt. Dennoch kann Norethisteron in höheren Konzentrationen zur Verschiebung der Periode per Online-Rezept über internationale Apotheken bestellt werden. Bei der Bestellung muss lediglich ein kurzer Multiple-Choice-Fragebogen zu Vorerkrankungen und Periode ausgefüllt werden.

Die Einnahme ist jedoch mit ernsthaften Risiken verbunden: Denn bei verschiedenen Erkrankungen der Leber, Diabetes, Schwangerschaft oder Thrombosegefahr darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Auch die Nebenwirkungen sind typisch für Hormonpräparate: Unregelmäßiger Blutverlust, Ausbleiben der Menstruation, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung oder andere Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder schmerzende und gespannte Brüste können die Folge der unbedachten Einnahme sein.

Bis 1973 wurde Norethisteron in Deutschland durch Schering – einem Vorgängerunternehmen von Bayer – unter dem Markennamen Duogynon und bis 1980 unter dem Namen Cumorit zur Behandlung von Menstruationsstörungen und als hormoneller Schwangerschaftstest vertrieben. Der Wirkstoff soll zudem in Überdosierung auch missbräuchlich als Abortivum verwendet worden sein. Durch die Einnahme des Präparates ließ sich innerhalb von einer Woche eine Blutung auslösen: Ein Ausbleiben der Blutung deutete mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft hin. Zwar gab es seit Anfang der 70er-Jahre bereits Urintests zur Bestimmung einer Schwangerschaft, jedoch wurden diese nicht von der Kasse übernommen. In dieser Zeit gab es zunehmende Häufungen von fehlgebildeten Kindern, wenn Duogynon in der frühen Schwangerschaft eingenommen wurde: 1000 Fälle soll es allein in Deutschland gegeben haben. Die Präparate sollen bei Betroffenen zu Herzfehlern, fehlenden Gliedmaßen, Gaumenspalten und Nierenschäden geführt haben.

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