Paxlovid: Krankheitsdauer verkürzt, Verlauf gemildert | APOTHEKE ADHOC
Erheblicher Zusatznutzen bei Hochrisikopatient:innen

Paxlovid: Krankheitsdauer verkürzt, Verlauf gemildert

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Berlin -

Werden an Corona erkrankte Patient:innen mit Paxlovid behandelt, kann das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf um 89 Prozent reduziert werden. Der Zusatznutzen kann gerade für Ungeimpfte interessant sein.

In der Phase 2/3-Studie Epic-HR (Evaluation of Protease Inhibition for COVID-19 in High-Risk Patients) wurden Wirksamkeit, Viruslast und Sicherheit von Paxlovid untersucht. Die beiden enthaltenen Wirkstoffe des Medikaments sind Niramtrelvir und Ritonavir. Diese sollen vor einem schweren Verlauf schützen, heißt es in einer Pressemitteilung des IQwiG.

Knackpunkt ist allerdings: Die relevante Studie sei ausschließlich mit ungeimpften Patient:innen durchgeführt worden. Unklar sei, inwieweit die Effekte auf Geimpfte übertragbar seien, erläutert das IQWiG zusammenfassend. Dies sei nur ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen von Nirmatrelvir und Ritonavir gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie – die Therapie nach ärztlicher Maßgabe.

Risiko von schwerem Verlauf gesenkt

2246 Teilnehmer:innen der Studie waren Erwachsene mit bestätigter SARS-CoV-2- Infektion und Symptomen, die nicht länger als fünf Tage vor Studienbeginn auftraten. Zusätzlich hatten alle mindestens einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf von Covid-19. 1126 Teilnehmer:innen bekamen ein Placebo und 1120 erhielten die Wirkstoffkombination mit 300mg Nirmatrelvir plus 100mg Ritonavir jeweils alle zwölf Stunden über einen Zeitraum von fünf Tagen. 66,3 % der Teilnehmenden erhielten die erste Dosis oder Placebo innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der ersten Symptome, 33,7 % an Tag 4 oder 5 nach Symptombeginn.

Fazit: Wird die Behandlung innerhalb von drei Tagen nach Symptombeginn gestartet, kann das Risiko der Hospitalisierung oder Tod deutlich gesenkt werden:

  • 5 von 697 Patient:innen (0,72 %) in der Nirmatrelvir plus Ritonavir-Gruppe
  • 44 von 682 (6,45 %) in der Placebo-Gruppe mit Hospitalisierung wegen COVID-19 oder Tod aus jeglicher Ursache innerhalb von 28 Tagen
  • Häufigkeit von Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache bis zum Tag 28 war in der Nirmatrelvir plus Ritonavir-Gruppe um 5,81 Prozentpunkte geringer als bei Placebo (95 Prozent)
  • relative Risikoreduktion betrug 88,9 %. In der Placebo-Gruppe traten 9 Todesfälle auf

Wirksamkeit bei Behandlung innerhalb von fünf Tagen nach Symptombeginn:

  • 8 von 1.039 Patient:innen (0,77 %) in der Nirmatrelvir plus Ritonavir-Gruppe
  • 66 von 1.046 (6,31 %) in der Placebogruppe mit Hospitalisierung wegen COVID- 19 oder Tod aus jeglicher Ursache innerhalb von 28 Tagen
  • entspricht einer Reduktion des relativen Risikos um 87,8 Prozent
  • die Viruslast an Tag 5 in der Verumgruppe war deutlich geringer

Ungeimpfte Risikopatient:innen profitieren

Interessant sind diese Ergebnisse vor allem auch für Ungeimpfte, die Studienergebnisse weisen auf eine vielversprechende Wirkung von Paxlovid hin: „Bei ungeimpften Risikopatienten, die erst seit wenigen Tagen symptomatisch und noch nicht schwer erkrankt sind, hatte Paxlovid in der betreffenden Studie eine vielversprechende Wirkung“, so IQWiG-Leiter Jürgen Windeler. Weiterhin betont er: „Bei der Anwendung können allerdings die zahlreichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die gerade in dieser Zielgruppe häufig verordnet werden, einschränkend wirken.“

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