Analgetika in der Schwangerschaft

Neue Studie: Doch ADHS durch Paracetamol? APOTHEKE ADHOC, 17.09.2019 12:06 Uhr

Berlin - Trotz einiger Studien in der Vergangenheit gilt Paracetamol in der Schwangerschaft als sicher: Es ist das Mittel der Wahl bei Schwangeren mit leichten bis mittelstarken Schmerzen. Eine weitere Studie zeigt nun erneut, dass das Analgetikum möglicherweise Auswirkungen auf das spätere Verhalten der Kinder haben könnte. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Paediatric and Perinatal Epidemiology“ veröffentlicht.

Die Behandlung von Schwangeren kann unter Umständen schwierig sein, da es zahlreiche kontraindizierte Wirkstoffe gibt. Bei Schmerzmitteln ist es in der Regel jedoch einfach: Denn Paracetamol kann während der gesamten Schwangerschaft bei leichten bis mittelstarken Schmerzen eingesetzt werden. Auch wenn der Wirkstoff plazentagängig ist, ist Experten zufolge keine Fehlbildung beim Ungeborenen zu erwarten. Verdachtsmomente wie Förderung von Asthma oder Hodenhochstand konnten bisher nicht vollständig bestätigt werden, stehen aber weiter zur Diskussion. Jede zweite Frau nimmt während der Schwangerschaft Schmerzmittel ein, 86 Prozent der Frauen bevorzugen den Wirkstoff Paracetamol. Generell sorgen die rezeptfreie Verfügbarkeit sowie der hohe Bekanntheitsgrad für eine hohe Rate an Selbstmedikation.

Die nun publizierte Beobachtungsstudie zeigt, dass die Einnahme des Analgetikums allerdings mit späteren Verhaltensstörungen der Kinder assoziiert war. Ein Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen und Gedächtnisstörungen konnte jedoch nicht hergestellt werden.

Forscher der Universität Bristol führten eine gründliche Analyse durch, nachdem einige Studien – unter anderem die „Avon Longitudinal Study of Parents and Children“ (ALSPAC) in den 90er-Jahren – bereits auf Verbindungen zwischen der Einnahme von Paracetamol und der Entwicklung von Verhaltensstörungen wie ADHS und Autismus hinwiesen. Die Forscher ermittelten zunächst bestimmte Faktoren, die die Einnahme von Paracetamol beeinflussen: Dazu zählen unter anderem akute Erkrankungen wie Erkältungen, chronische Vorerkrankungen wie Migräne, der Lebensstil und soziale Aspekte. Diese Aspekte wurden für die weitere Phase der Studie als potenzielle Störfaktoren eingestuft.

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