Nahrungsergänzungsmittel

Lungenkrebs: Erhöhtes Risiko mit B-Vitaminen Deniz Cicek-Görkem, 25.08.2017 14:25 Uhr

Berlin - Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind in jeder Altersgruppe beliebt: Mal wollen Menschen ihr Immunsystem stärken, mal wollen sie geistig fitter werden. Doch bergen hochdosierte Vitamine auch Gefahren? US-Wissenschaftler haben in einer aktuellen Studie gezeigt, dass eine Langzeiteinnahme von Supplementen mit Vitamin B6 und B12 bei männlichen Erwachsenen mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko korreliert. 

Die Vital-Kohortenstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen der Langzeiteinnahme von hochdosierten B-Vitaminen aus Nahrungsergänzungsmitteln und dem Auftreten von Lungenkrebs. Mehr als 77.000 Studienteilnehmer im Alter von 50 bis 76 Jahren wurden im Zeitraum Oktober 2000 und Dezember 2002 rekrutiert und über mehrere Jahre beobachtet. Wissenschaftler des Krebszentrum der Ohio State University (OSUCCC-James), des Fred Hutchinson Krebsforschungszentrums und der National Taiwan University veröffentlichten die Ergebnisse im „Journal of Clinical Oncology“.

Professor Dr. Theodore Brasky der Ohio State University analysierte zusammen mit weiteren Forschern, ob und in welcher Dosierung die Teilnehmer in den vergangenen zehn Jahren Vitamin B6 oder B12 als Monopräparat eingenommen hatten. Sie stellten dabei fest, dass die Dosierung der Vitamine über der von den National Institutes of Health (NIH) empfohlenen täglichen Aufnahmemenge liegen. Erwachsenen Männern wird demnach die Zufuhr von täglich 1,5 Milligramm Vitamin B6 und 3 µg B12 geraten. „Dies sind Dosen, die nur mit hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln erreicht werden können“, sagt Brasky.

Zudem bestimmten sie die Zahl der Fälle mit diagnostiziertem Lungenkarzinom. In die statistische Auswertung wurden Einflussfaktoren wie Rauchen, Alter, Alkoholkonsum, Bildung, Lebensstil und die Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika berücksichtigt.

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