Lieferengpässe

Metopiron: Versorgungslage weiter angespannt APOTHEKE ADHOC, 27.05.2019 10:48 Uhr

Berlin - Seit Ende Januar herrscht der Lieferengpass bei Metopiron (Metyrapon): Nun ist HRA Pharma teilweise wieder lieferfähig. Die Versorgungslage bleibt jedoch weiterhin angespannt.

Der Grund für die vorübergehende Lieferunterbrechung in den vergangenen Monaten war auf Produktionsschwierigkeiten zurückzuführen. Nun informiert der Hersteller darüber, dass die Weichkapseln ab sofort zumindest teilweise wieder verfügbar sind. Die Versorgungslage bleibe allerdings extrem angespannt. Erst ab Oktober sind die Engpässe voraussichtlich komplett aufgehoben. Das Medikament soll daher vorrangig nur Patienten, für die keine andere therapeutische Alternative zur Verfügung steht, verordnet und verabreicht werden.

Metopiron enthält 250 mg Metyrapon wird als Therapeutikum bei Patienten mit endogenem Cushing-Syndrom eingesetzt. Außerdem dient das Medikament als Diagnostikum für ACTH-Insuffizienz und für die Differenzialdiagnose des ACTH-abhängigen Cushing-Syndroms. Der Wirkstoff hemmt in der Nebennierenrinde die Synthese von Corticosteroiden wie Cortisol und Corticosteron durch Blockade der 11-Beta-Hydroxylierung. Dadurch wird vermehrt adrenocorticotropes Hormon (ACTH) produziert: Durch die dauerhafte Hemmung der enzymatischen Reaktionen kommt es zu einer stark vermehrten Ausschüttung der unmittelbaren Vorstufen 11-Desoxycortisol und Desoxycorticosteron; diese haben eine schwach hemmende Wirkung auf die ACTH-Freisetzung und führen so zu einem entsprechenden Anstieg der Konzentrationen dieser Steroide im Plasma sowie ihrer Metaboliten im Urin.

Bei der therapeutischen Anwendung wird abhängig vom Schweregrad des Hypercortisolismus und von der Ursache des Cushing-Syndroms mit einer Anfangsdosis von 250 bis 1000 mg pro Tag begonnen. Die Dosierung von Metyrapon wird dann in Abhängigkeit von der Verträglichkeit individuell an den Patienten angepasst. Die übliche Erhaltungsdosis variiert zwischen 500 und 6000 mg pro Tag, verteilt auf drei oder vier Einzelgaben.

Um das Risiko von Übelkeit und Erbrechen so gering wie möglich zu halten, sollten die Kapseln mit etwas Milch oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Unter der Anwendung von Metopiron kommt es häufig zu Schwindel, Sedierung und Kopfschmerzen. Daher hat das Medikament einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten sollten daher kein Fahrzeug führen, bis die Wirkungen abgeklungen sind. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Paracetamol, kann die Toxizität des Analgetikums potenziert werden.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Verbrauchermagazine

Marktcheck checkt Iberogast»

Höhle der Löwen

Mass-Market oder Offizin?»

Warentest

Die Hausapotheke – Phytopharmaka werden aussortiert»
Politik

vdek-Analyse

Kassen: Welcher Lieferengpass?»

Masern

Spahn: Kinderarzt darf auch Erwachsene impfen»

Bundestag

PTA-Reformgesetz: Spahn macht Tempo»
Internationales

Arzneimittelversorgung

Hersteller hoffen auf Brexit-Deal»

WHO-Studie

So locken andere Länder Apotheker aufs Dorf»

Risperdal

Milliarden-Urteil gegen Johnson & Johnson»
Pharmazie

USA

Xofluza für Hochrisikopatienten»

Ophthalmologie

Atropin gegen Kurzsichtigkeit bei Kindern»

Forschung

Ewig jung mit Metformin und Brokkoli»
Panorama

Gespräch mit Ärztevertretern

Spahn stimmt Patienten auf Telemedizin ein»

TV-Show

Bachelor in Paradise: Pharmareferentin sucht die Liebe»

„Achtung in der Apotheke“

Bild: Apothekerin zweifelt an Apothekenkosmetik»
Apothekenpraxis

Ermittlungen gegen Inhaber

Nach Behörden-Warnung: Apotheke vor dem Aus»

Social Media-Plattform

„Wir müssen dem Apotheker sein Fax wegnehmen“»

Lieferengpässe

Darf man Arzneimittel an Kollegen verschicken?»
PTA Live

LABOR-Debatte

Eine Hand wäscht die andere: Handel zwischen Apotheken?»

Nach Bundesratsbeschluss

PTA hoffen auf echte Reform»

Rundumblick gefordert

Über die Bedeutung der Psychologie in der Offizin»
Erkältungs-Tipps

Heilpflanzenportrait

Salbei – Heilung aus dem Mittelalter»

Phytotherapie

Schleimstoffe: Balsam für den Hals»

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»
Magen-Darm & Co.

Heilpflanzenporträt

Wermut – Quelle der Bitterkeit»

Dyspeptische Beschwerden 

Abwarten und Tee trinken»

Magen-Darm-Infektionen

Hygiene und Vorbeugung»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»

Bewegen, bewegen, bewegen

Fit durch die Schwangerschaft»

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schilddrüse: Problemfaktor in der Schwangerschaft? »