Augenmedikament von Bayer

Längere Intervalle für Eylea-Therapie

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Berlin -

Bayer will sein Augenmedikament Eylea mit längeren Behandlungsintervallen für Patienten attraktiver machen, die zuletzt zunehmend zu einem neuen Mittel der Konkurrenz griffen. Am Donnerstag vorgelegte Studiendaten zeichneten ein positives Bild. Bei Investoren kam dies gut an, spült Eylea doch jährlich Milliardenerlöse in die Kassen des Dax-Konzerns.

In zwei Phase-III-Studien für Aflibercept (Handelsname Eylea) in einer Dosierung von 8 Milligramm mit einem 12- und 16-wöchigen Intervall sei jeweils das primäre Ziel erreicht worden. In den Studien sollte gezeigt werden, dass das Mittel gegen feuchte altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und diabetisches Makulaödem (DMÖ) in einer höheren Dosierung und bei längeren Pausen zwischen den Injektionen ins Auge nicht schlechter abschneidet als bei einer 2-Milligramm-Dosis in kürzeren Intervallen.

Wichtig sind indes auch die weiteren Ergebnisse der Studien. Sie zeigten, dass der weitaus größte Teil der Patienten ein drei- oder sogar viermonatiges Behandlungsintervall beibehalten konnte.

Bayer kündigte an, die Daten bei Gesundheitsbehörden außerhalb der USA einzureichen, wo es sich die Gewinne aus dem Mittel mit dem Partner Regeneron teilt. In den USA vertreibt Regeneron das Medikament. Der Konzern hofft also, mit den Studienresultaten die Zulassungsbehörden und in der Folge auch Ärzte und Patienten zu überzeugen. Denn Roche brachte erst vor wenigen Monaten in den USA mit Vabysmo ein starkes Konkurrenzmittel auf den Markt, das auch bald in der EU zu haben sein dürfte.

Vabysmo zeichnet sich auch dadurch aus, dass es weniger häufig ins Auge injiziert werden muss als die gegenwärtige Standard-Therapie mit Eylea. Das kommt bei Patienten gut an. Bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hatte sich das Roche-Management optimistisch zum Verkaufsstart in den USA geäußert. Patienten hätten positiv reagiert und der Großteil der neuen Vabysmo-Patienten seien von Eylea gewechselt, hatte es geheißen. Auch in Japan sei das Mittel gut angelaufen.

Mit den nun vorgestellten Daten zu Eylea im Rücken kann Bayer sich mehr Hoffnung machen, Marktanteile zu behaupten. Zudem könnte sich der Patentschutz durch eine neue Dosierung verlängern.

Konkret konnten laut den Unternehmensangaben 77 Prozent der nAMD- und 89 Prozent der DMÖ-Patienten ein 16-wöchiges Dosierungsintervall nach der anfänglichen Einstellung auf Eylea beibehalten. Bei einer Verabreichung aller 12 Wochen waren es 79 Prozent respektive 91 Prozent. Roche hatte in den zulassungsrelevanten Studien für Vabysmo bei nAMD-Patienten bei 12-wöchigen Intervallen vergleichbare Werte erreicht, bei den 16-wöchigen aber durchaus spürbar niedrigere.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz mit Eylea um fast ein Fünftel auf 2,9 Milliarden Euro gestiegen. Das entsprach rund 6,6 Prozent des Konzernumsatzes. Damit war das Medikament hinter dem Gerinnungshemmer Xarelto (4,7 Milliarden Euro) der zweitwichtigste Umsatzbringer der Pharmasparte.

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