Nutzenbewertung

Eylea: Gottseidank kein Zusatznutzen APOTHEKE ADHOC, 04.09.2015 09:31 Uhr

Berlin - Eylea (Aflibercept) ist auch in der vierten Indikation am Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gescheitert. Die Prüfer hatten einen Vergleich mit Lucentis (Ranibizumab, Novartis) gefordert, weil dies nach ihrer Recherche derzeit die vorrangige Behandlungsoption darstellt. Doch Bayer hatte den Wirkstoff stattdessen mit der Lasertherapie verglichen – und dann selbst darauf gedrängt, dass diese Option ausgeblendet wird.

Eylea ist seit November 2012 zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zugelassen. Im August 2013 folgte als zweite Indikation die Therapie einer Visusbeeinträchtigung aufgrund eines Makulaödems infolge eines retinalen Venenverschlusses (RVV) vom Typ des Zentralvenenverschlusses (ZVV). Im August 2014 kam die Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems (DMÖ) hinzu. Bei allen drei Anwendungsgebieten war der Hersteller Bayer wegen seiner Alleingänge beim Studiendesign abgestraft worden.

Der Venenastverschluss (VAV) als zweite Form der RVV wurde erst im März diesen Jahres aufgenommen. Bayer hatte eine Studie vorgelegt, in der 91 Patienten mit Aflibercept und 92 Patienten mittels Photokoagulation behandelt wurden. Durch die Bestrahlung werden unerwünschte neue Blutgefäße verödet; außerdem werden Zellen zerstört, was den Sauerstoffverbrauch und damit die Bildung des Wachstumsfaktors VEGF reduziert. Zusätzlich wird weniger Flüssigkeit in der Netzhaut eingelagert.

Die Studie dauerte insgesamt 52 Wochen, Patienten im Interventionsarm erhielten in den ersten 24 Wochen monatlich 2 mg Aflibercept intravitreal injiziert. Patienten im Kontrollarm erhielten zu Studienbeginn eine Lasertherapie. Die Patienten des Interventionsarms erhielten zu Studienbeginn eine Scheinlaserbehandlung, die Patienten des Kontrollarms monatliche Scheininjektion

APOTHEKE ADHOC Debatte