Substitutionstherapie

L-Poladdict: Levomethadon als Tablette Nadine Tröbitscher, 14.06.2017 12:53 Uhr

Berlin - Levomethadon und Methadon werden in der Drogenersatztherapie eingesetzt. Die entsprechenden Substitute werden in Apotheken hergestellt und können als Lösungen direkt an den Patienten oder die Arztpraxis abgegeben werden. Seit einiger Zeit sind auch Tabletten mit verschiedenen Stärken erhältlich, die eine patientenindividuelle Substitutionstherapie gewährleisten können.

Hexal hat mit der Markteinführung von L-Poladdict sein Portfolio erweitert. Die Tabletten mit dem Wirkstoff Levomethadon sind in den Stärken 5 mg, 20 mg und 30 mg erhältlich. Die unterschiedlichen Dosierungen sollen eine individuelle Therapie sichern. Neben Hexal hat auch Sanofi L-Polamidon (Levomethadon) als Tablette auf dem Markt, jedoch nicht zu 30 mg.

Levomethadon wird zur oralen Substitutionstherapie bei opioidabhängigen Erwachsenen eingesetzt, die sich in einer medizinischen, sozialen und psychotherapeutischen Behandlung befinden. Die Dosierung wird individuell festgelegt und richtet sich nach dem Auftreten von subjektiven und objektiven Entzugserscheinungen. Dabei ist die möglichst niedrigste Erhaltungsdosis anzustreben. Die Patienten werden über mehrere Tage eingestellt. Am ersten Tag kann die Gabe morgens und abends erfolgen, je nach Wirkung. Innerhalb von ein bis sechs Tagen sollten dann die Patienten auf eine einmalige morgendliche Gabe eingestellt sein. Die maximale Erhaltungsdosis sollte 60 mg nicht überschreiten. Ausnahmen sind jedoch möglich, sofern ein Missbrauch ausgeschlossen werden kann.

Die Tabletten befinden sich in einer kindergesicherten Blisterverpackung. Zum Einsatz kommen die Arzneimittel sowohl für den Take-home-Bedarf, als auch für die Sichtvergabe. Levomethadon ist ein vollsynthetisches Opioidanalgetikum, das in seiner Struktur Morphin ähnelt. Der Wirkstoff hat eine morphinartige Wirkung und unterdrückt Entzugssymptome ohne „high“ zu machen. Eine Wirkung tritt nach etwa ein bis zwei Stunden ein und kann im Rahmen der Therapie nach anfänglichen acht Stunden bis zu 48 Stunden andauern.
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