JAK-Inhibitoren

Kreisrunder Haarausfall: Neue Therapieoption in der Pipeline

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Berlin -

Haarsausfall kann sowohl für Frauen als auch für Männer zur psychischen Belastung werden. Bei der Alopecia areata zeigt sich der Haarverlust meist in runden oder ovalen Erscheinungen auf der Kopfhaut. Die Mehrheit der Patient:innen hat ein bis zwei betroffene Stellen. In der Größe können diese jedoch variieren. Der entzündliche Haarausfall kann aktuell nicht kausal behandelt werden. JAK-Inhibitoren könnten dem Haarverlust entgegenwirken. 

Typisch für Alopecia areata ist der kreisrunde Haarsausfall. Bei langen Haaren sind die meist ein bis zwei Stellen teilweise kaum sichtbar, bei mehreren betroffenen Stellen oder bei Kurzhaarfrisuren zeigen sich die kahlen Stellen. Betroffene können ganz individuell unter den fehlenden Haaren leiden. Nur bei 20 Prozent der Betroffenen tritt der Haarausfall außerhalb der Kopfregion auf. Zweithäufigste Lokalisation ist bei Männern der Bart. Der verlauf lässt sich nicht genau vorhersagen. Bei vielen Patient:innen verschwinden die kahlen Stellen wieder innerhalb von mehreren Monaten. Bei anderen kommt es zu einem jahrelangen Verlauf mit Zunahme der kahlen Stellen. Phasen der Exazerbation und Remission wechseln sich mitunter ab.

Ritlecitinib und Brepocitinib als Therapieoption

In Studien konnten die JAK-Inhibitoren Ritlecitinib und Brepocitinib nun eine Wirksamkeit bei Alopecia areata zeigen. All Teilnehmer:innen litten unter einer ausgeprägten Form des Haarausfalles, sodass mindestens 50 Prozent der Kopfbehaarung fehlten. Nach 24 Wochen zeigten 50 Prozent der Ritlecitinib-Proband:innen und 64 Prozent der Brepocitinib-Proband:innen eine 30-prozentige Verbesserung im SALT-Score (Severity of Alopecia Tool). Der SALT-Score berechnet den Prozentsatz des Haarausfalls in vier definierten Kopfbereichen: Scheitel, rechtes Profil, linkes Profil und hinteres Profil. Unter Placebo erzielten nur 2 Prozent der Proband:innen eine Verbesserung um 30 Prozent.

JAK-Inhibitoren können die Entstehung von proinflammatorischen Zytokinen stoppen. Aufgrund ihrer immunmodulierenden Wirkung werden sie bereits bei unterschiedlichen immunologisch bedingten Krankheiten eingesetzt – beispielsweise bei atopischer Dermatitis oder Psoriasisarthritis. Das Besondere der Wirkstoffgruppe: Im Vergleich zu Biologika (biotechnologisch hergestellte Eiweißsubstanzen), die ebenfalls Zytokine inhibieren, richten sich die JAK-Hemmer direkt gegen mehrere Zytokine – nicht nur gegen einzelne. Sollten weiterführende Studien positive Ergebnisse vorbringen, könnten Betroffene in Zukunft von einer gezielten Therapie bei Alopecia areata profitieren.

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