Antibiotika-Einsatz

Glaeske fordert mehr Antibiogramme APOTHEKE ADHOC, 19.04.2019 12:54 Uhr

Berlin - Die Zahlen der Antibiotika-Verordnungen sind rückläufig. Mit Blick auf die Ausbreitung von Resistenzen eine gute Nachricht, die aus einer Auswertung des BKK-Landesverbandes Nordwest hervorgeht. Dennoch bleibt Pharmakologe und Pharmakritiker Professor Dr. Gerd Glaeske skeptisch.

Laut Auswertung der Daten von neun Millionen Versicherten ist der Antibiotika-Verbrauch von 2013 bis 2017 um 13 Prozent gesunken. Jedoch zeigen sich regionale Unterschiede. Sichtbar wird dies am Beispiel Harnwegsinfekt im vierten Quartal 2017. Spitzenreiter ist Bremen. Hier haben 45 Prozent der Versicherten ein Antibiotikum aufgrund einer entsprechenden Diagnose erhalten. Wenig zurückhaltend waren auch die Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern (42 Prozent), Sachsen-Anhalt (41 Prozent) und im Saarland (40 Prozent). Unter dem Bundesdurchschnitt von 38 Prozent liegen unter anderem Hessen mit 23 Prozent und Berlin mit 31 Prozent.

Während in der Regel ein Harnwegsinfekt mit nur einem Antibiotikum behandelt werden muss, haben in einigen Regionen die Patienten aufgrund der Erkrankung verschiedene Antibiotika verordnet bekommen. Mehrfachverordnungen wurden vor allem in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hamburg ausgestellt. Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt erhalten 8 Prozent weniger Betroffene eine Antibiose als in Niedersachsen.

„Wichtiger als der absolute Rückgang der Antibiotikaverschreibungen ist es, die richtigen Antibiotika auch richtig einzusetzen“, mahnt Glaeske. Hier kann ein Antibiogramm helfen. In Berlin und Sachsen-Anhalt wurde bei etwa jedem zehnten Patienten mit einem Harnwegsinfekt ein Antibiogramm durchgeführt. In Nordrhein-Westfahlen bei jedem 20. Patienten. Das Saarland liegt im Vergleich weit abgeschlagen. Hier wurde nur bei etwa jedem 100. Patienten ein Antibiogramm durchgeführt. Der Bundesdurchschnitt liegt laut Auswertung bei 4,8 Prozent.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Versandapotheken

DocMorris & Co.: Wer gehört zu wem?»

Versandapotheken-Studie

„Die Kleinen werden aufgeben“»

Österreich

Pfizer-Manager: „Niki Lauda war mein erster Boss“»
Politik

Hauptstadtkongress

Schmidt: Krawatte nesteln statt diskutieren»

Apothekerkammer Berlin

Präsidentin und Vorstand: Weißer Rauch bei der Kammer»

Bayer

NRW-Datenschutzbeauftragte will Auskünfte über Monsanto-Listen»
Internationales

PGEU

EU-Apothekerverband fordert Honorar für Engpässe»

CVS-Projekt

Von Yogakurs bis Rollstuhl: Apotheken werden „HealthHubs“»

Protestaktion

Basel: Der Sarg vor der Apotheke»
Pharmazie

AMK-Meldung

Ebastin: Wieder ein Kennzeichnungsfehler»

Rote-Hand-Brief

Tyverb: Änderungen der Fachinformation»

Shingrix

Kasse zahlt – Impfstoff fehlt»
Panorama

Porträt

Die Apotheker Big Band»

Schwangerschaftsvitamine

Warentest: Apothekenmarken überzeugen»

Ärztestreiks

Klinikärzte und Kommunen einigen sich im Tarifstreit»
Apothekenpraxis

Cannabis

Anruf im Notdienst: Mein Dealer ist nicht da»

Arzneimittellieferung

Für 6,40 Euro: Pillentaxi übernimmt Botendienst»

Kein „Deutschlandrezept“

BMG: Apotheker müssen sich beeilen»
PTA Live

Anhörung zu PTA-Reform

#Aufschrei im BMG: PTA als „Mädels“ bezeichnet»

LABOR-Debatte

„Das ist derzeit nicht lieferbar“: Was tun?»

LABOR

AMK-Meldungen jetzt als Download»
Erkältungs-Tipps

Husten durch Schnupfen?

Post-nasal-drip-Syndrom»

Nasennebenhöhlenentzündungen

Sinusitis: Wenn die Nase dicht macht»

Fünf Tipps

Ohrentropfen richtig anwenden »
Magen-Darm & Co.

Darmflora

Mythos: Leaky-gut-Syndrom»

Schleimhautschädigung

Magengeschwür: Bohrender Schmerzbringer»

Darmbeschwerden

Obstipation: Trinken und Bewegung oft nicht ausreichend»
Kinderwunsch & Stillzeit

Allergie

Heuschnupfenmittel in der Schwangerschaft»

Wie Kate Middleton

Der Schwangerschaftsübelkeit trotzen»

Supplemente bei Kinderwunsch

Folsäure: Wieso, weshalb, warum?»