Antihistaminika

Desloratadin: Gewichtszunahme bei Kindern APOTHEKE ADHOC, 20.09.2017 11:30 Uhr

Berlin - Appetitsteigerung durch Antihistaminika: Loratadin und Desloratadin werden mit einer Gewichtszunahme bei Kindern in Verbindung gebracht. Der mögliche Zusammenhang wird von einer Analyse auf Basis der globalen Spontanberichtsdatenbank der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestützt.

Das H1-Antihistaminikum Loratadin kann zur symptomatischen Behandlung der allergischen Rhinitis und der chronischen, idiopathischen Urtikaria eingesetzt werden. Schläfrigkeit und Kopfschmerzen zählen zu den bekanntesten möglichen Nebenwirkungen während der Therapie. Diskutiert wird aktuell eine Steigerung des Appetits, die mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 0,5 Prozent als gelegentlich eingestuft werden kann. Dennoch wird eine Gewichtszunahme nicht erwähnt. Für Desloratadin fehlen beide Angaben in der Produktinformation.

Die schnelle Gewichtszunahme im Kindesalter könne nicht nur ein erhöhtes Risiko für Adipositas und Übergewicht darstellen, sondern auch mit Folgeerkrankungen im Laufe des Lebens im Zusammenhang stehen. Der Energiestoffwechsel wird von neuronalem Histamin sowie den H1- und H3-Rezeptoren reguliert – findet eine Blockade durch Loratadin statt, scheint eine Gewichtszunahme plausibel. Antihistaminika der zweiten Generation sollen bedingt durch die periphere H1-Selektivität sowie eine geringe ZNS-Gängigkeit nur wenige zentrale Effekte verursachen.

Apotheker werden gebeten, die Gewichtszunahme von Kindern unter der Behandlung mit H1-Antihistaminika zu beobachten und entsprechende Fälle zu melden. Der Arzneimittelkommission (AMK) liegt bereits ein Bericht vor, der Eingang in die Analyse gefunden hatte. Ein siebenjähriger Junge, der aufgrund einer Hausstaubmilbenallergie einmal täglich mit 2,5 mg Desloratadin behandelt wurde, verzeichnete eine „schlagartige Steigerung des Appetits mit einhergehender Gewichtszunahme“.

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