Bitterstoffe gegen Asthma

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Rezeptoren für Bitterstoffe gibt es nicht nur auf der Zunge, sondern auch auf der glatten Muskulatur der Lunge. Durch Zufall haben US-Wissenschaftler bei einem Screening die Andockstellen für bittere Moleküle entdeckt, die im Mund als Schutzmechanismus vor den oftmals toxischen Substanzen dienen.

Eine ähnliche Funktion haben die Forscher der Maryland Universität in Baltimore auch für die Atemwege erwartet. Gelangen Bitterstoffe in die Lunge, könnte dies Bronchokonstriktion und Hustenanfälle auslösen, so die Vermutung. Die Rezeptoren reagierten jedoch genau gegenteilig: Beim Kontakt mit den Substanzen entspannten sich die Bronchien.

In einem Asthma-Mausmodell testeten die Forscher die Reaktion der Tiere auf Saccharin, den Malaria-Wirkstoff Chloroquin sowie Denatonium, die als Agonisten der Bitter-Rezeptoren bekannt sind. Der Effekt der inhalierten Substanzen sei dreimal größer als der von Beta-Sympathomimetika, die als Standardtherapeutika bei Asthma eingesetzt werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Medicine. Derzeit seien rund 10.000 natürliche oder chemische Bitterstoffe bekannt. Die Ergebnisse könnten als Ansatz für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen Asthma oder chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) herangezogen werden, so die Forscher.

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