Alzheimertherapie: Ritalin gegen Apathie

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Berlin -

Alzheimer gehört zu den progredient verlaufenden Erkrankungen. Aktuell ist das neurodegenerative Leiden nicht heilbar. Zahlreiche Wirkstoffkandidaten scheitern in den Phasen I und II. Umso größer ist die Suche nach neuen Therapieansätzen zur Symptomlinderung bei bereits zugelassen Arzneistoffen. Methylphenidat (Ritalin, Novartis) konnte nun in Studien positive Effekte bei Apathie zeigen.

Die Symptome der Alzheimer-Demenz sind vielfältig. Die Apathie gehört zu den häufigsten neuropsychiatrischen Anzeichen des Krankheitsbildes. Das Symptom wird meist mit einer schnellen Progredienz des kognitiven Abbaus in Verbindung gebracht. Die Apathie geht sowohl beim Betroffenen als auch bei den betreuenden Angehörigen mit einer deutlich reduzierten Lebensqualität einher.

Apathie fasst ein abwesendes Verhalten zusammen. Betroffene verspüren oftmals kaum oder keine Emotionen und sind wenig begeisterungsfähig. Die Interessen schwinden, die Motivation ist gedrückt.

Ritalin soll Apathie einschränken

In einer Studie der Medical University of South Carolina in Charleston (USA) wurde nun der Effekt von Methylphenidat auf Apathie im Rahmen der Alzheimer-Demenz untersucht. In der multizentrischen Studie, die 200 Patient:innen mit milden bis moderaten kognitiven Beeinträchtigungen einschloss, konnte gezeigt werden, dass es zu einem Rückgang der Apathie unter Methylphenidat kommt.

Das mittlere Alter der Proband:innen lag bei 76 Jahren. Zwei Drittel der Teilnehmer:innen waren männlich. Zahlreiche Studienteilnehmer:innen nahmen bereits vor Beginn der Untersuchung Arzneimittel zu Symptomreduzierung ein. So nahmen drei Viertel Cholinesterasehemmer (Donepezil, Galantamin und Rivastigmin), durch die Hemmung des Abbaus von Acetylcholin soll das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Ein Drittel nahm Vertreter der SSRI-Gruppe ein. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Teilnehmer:innen der Wirkstoffgruppe einen verstärkten Rückgang der Apathie gegenüber der Placebo-Gruppe zeigten. Der stärkste Abfall der Symptomatik zeigte sich innerhalb der ersten 100 Behandlungstage.

Die Wissenschaftler:innen fassen zusammen: Methylphenidat konnte zwar die Apathie reduzieren, Auswirkungen auf die Lebensqualität jedoch konnten nicht ausgemacht werden. Ferner hat der Arzneistoff auch keine Auswirkung auf die kognitiven Fähigkeiten.

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