Demenz

Aluminium: Gefahr fürs Gedächtnis? Deniz Cicek-Görkem, 12.10.2017 15:20 Uhr

Berlin - Aluminium wird oft für die Verursachung bestimmter Erkrankungen verantwortlich gemacht, beispielsweise Brustkrebs und Morbus Alzheimer. Wissenschaftler der Uni Erlangen/Nürnberg haben in einer aktuellen Übersichtsarbeit die gesundheitlichen Auswirkungen einer Aluminiumexposition evaluiert. Veröffentlicht wurde die Analyse im Deutschen Ärzteblatt.

Aluminium ist sowohl in Nahrungsmitteln als auch im Trinkwasser zu finden. Weiterhin kommt das Metall bei Bedarfsgegenständen wie Lebensmittelverpackungen und Kochgeschirr zum Einsatz. Eine physiologische Funktion der Substanz ist nach derzeitigem Wissensstand nicht bekannt. Pharmazeutisch findet Aluminium Verwendung als Adjuvans bei Impfstoffen oder in Deodorants bei Hyperhidrose.

Um die Gefährlichkeit des Metalls in Zusammenhang mit Neurotoxizität, Alzheimer und Brustkrebs zu untersuchen, recherchierten die Wissenschaftler in verschiedenen Datenbanken. Die zentrale Frage war, inwiefern eine Aluminiumbelastung aus Umwelt und Therapien mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko korreliert.

Es ist bekannt, dass Aluminium aufgrund der hohen Affinität zu Proteinen und der folgenden Quervernetzung neurotoxisch wirkt. Dieser Effekte wurde bei Dialysepatienten beobachtet, die früher als Phosphatbinder Aluminiumsalze zugeführt bekommen hatten. In Plasma und Hirngewebe wurden erhöhte Konzentrationen des Metalls gefunden. Klinisch äußerten sich die Symptome in Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und im fortgeschrittenen Stadium in Demenz. Die Autoren konnten die Beweise zur Neurotoxizität in vielen Studien wiederfinden.

APOTHEKE ADHOC Debatte