Affenpocken: Was kann Tecovirimat? | APOTHEKE ADHOC
EU-Kommission sichert 10.000 Einheiten

Affenpocken: Was kann Tecovirimat?

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Berlin -

Im Kampf gegen die Affenpocken hat sich die EU-Kommission 10.000 Einheiten Tecovirimat gesichert. Doch was kann der Wirkstoff überhaupt und für wen ist er geeignet? Ein Überblick.

Neben dem neuen Impfstoff Imvanex (Bavarian Nordic) soll nun auch ein Medikament die Affenpocken eindämmen: Dafür hat sich die EU-Kommission 10.000 Behandlungseinheiten Tecoviri­mat (Siga Technologies) gesichert. Bereitgestellt wird das Medikament über das Katas­tro­phenabwehrsystem „rescEU“. Die gesicherten Dosen sollen zunächst den dringendsten Bedarf sicherstellen – über weitere Beschaffungsmaßnahmen für den langfristigen Bedarf wird aktuell diskutiert.

Bei Tecoviri­mat handelt es sich um einen antiviralen Wirkstoff. Er wurde Anfang 2022 zur Behandlung von Pocken, Affenpocken und Kuhpocken bei Erwachsenen und Kindern zugelassen. Bei einer Infektion mit Affenpocken ist es in Europa das einzige zugelassene Medikament.

Wie wirkt Tecovirimat?

Tecovirimat hemmt die Aktivität eines speziellen peripheren Membranproteins des Virus, sodass die Produktion extrazellulärer Virusformen zum Erliegen kommt. Die Viren können sich nicht vermehren. Pockenviren gehören zur Gattung der Orthopoxviren. Sie besitzen eine lineare doppelsträngige DNA und gehören zu den behüllten Viren. Tecovirimat greift am Membranprotein VP37 des Orthopoxvirus an.

Wer kann mit Tecovirimat behandelt werden?

Behandelt werden können Personen mit einem Körpergewicht von mindestens 13 kg. Der Wirkstoff ist in Kapselform mit 200 mg Wirkstoff je abgeteilter Einheit verfügbar. Ab einem Körpergewicht von 40 Kilogramm sollen zweimal täglich 600 mg eingenommen werden. Kinder mit einem Körpergewicht von unter 25 kg erhalten 200 mg. Bei einem Körpergewicht von 25 bis 40 kg beträgt die Einzeldosis 400 mg. Die Anwendung von Tecovirimat während Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen. Die Behandlung sollte über 14 Tage erfolgen. Die gängigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und gastrointestinale Beschwerden.

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