Behandlungsoptionen bei Hypersomnie

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Ganz neu: Sunosi

Sunosi enthält den Wirkstoff Solriamfetol der zu der Gruppe der der Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI) gehört. Jazz Pharmaceuticals hat Sunosi in zwei Stärken auf den Markt gebracht: Einmal als Tablette zu 75 mg und einmal doppelt so hoch dosiert. Die empfohlene Dosierung beträgt 75 mg einmal täglich. Die Einnahme sollte morgens, direkt nach dem Aufstehen erfolgen. Reicht die Dosierung von 75 mg nicht aus, so kann der Patient die höhere Dosierung von 150 mg ausprobieren. Eine Erhöhung der Wirkstoffmenge sollte in enger Absprache mit dem Arzt stattfinden und frühestens nach drei Tagen erfolgen. Die empfohlene Tageshöchstdosis beträgt 150 mg. Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Aktuell gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Wirksamkeit durch die Aktivität als Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer vermittelt wird. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit und verminderter Appetit. Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt, dennoch sollte bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen, eine engmaschige Überwachung erfolgen. Medikamente, die den Dopaminspiegel ansteigen lassen, können zu pharmakodynamischen Wechselwirkungen mit Solriamfetol führen.

Modafinil – Kontrazeption notwendig

Seit knapp zehn Jahren darf das Sympathomimetikum Modafinil (Vigil, Teva) nur noch zur Behandlung von Erwachsenen mit exzessiver Schläfrigkeit, die mit Narkolepsie einhergeht, eingesetzt werden. Alle anderen Indikationen wurden aufgrund des schlechten Nutzen-Risiko-Verhältnisses gestrichen. Auch das Fehlbildungsrisiko unter Modafinil ist erhöht, darüber informierte die AMK mittels Rote-Hand-Brief bereits im vergangenen Jahr. Während der Therapie muss unbedingt eine wirksame Methode der Schwangerschaftsverhütung benutzt werden. Anwenderinnen müssen diesbezüglich darauf hingewiesen werden, dass Modafinil die Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva beeinträchtigen kann und deshalb alternative oder zusätzliche sichere Verhütungsmethoden erforderlich sind um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Wakix – ein anderer Wirkmechanismus

Seit 2016 gibt es mit Wakix (Pitolisant, Bioprojet) das erste Arzneimittel zur Behandlung der Narkolepsie Typ 1 und 2 in Deutschland, dass kein Psychostimulans ist. Pitolisant wurde von der FDA als eine der sichersten Substanzen zur Behandlung der Narkolepsie eingestuft. Anders als bei Methylphenidat & Co. besteht die Wirkung in der Blockade von zentralen H3-Autorezeptoren wodurch die Aktivität von histaminergen Neuronen im Gehirn stärker vermittelt wird. Pitolisant induziert keine erhöhte Ausschüttung von Dopamin im Striatum (Teil des Großhirns), einschließlich des Nucleus accumbens. Darüber hinaus modeliert Pitolisant verschiedene Neurotransmittersysteme und erhöht dadurch die Ausschüttung von Nordadrenalin, Acetylcholin und Dopamin im Gehirn.

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