Steigende Fallzahlen

RKI: Mehr Masernfälle als 2016 dpa, 09.03.2017 16:52 Uhr

Berlin - Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) rechnet in Deutschland für 2017 mit einem größeren Masern-Problem als im Vorjahr. „Wir befürchten, dass es in diesem Jahr wieder mehr Masernfälle geben wird“, sagte Dr. Dorothea Matysiak-Klose, RKI-Expertin für Impfprävention. „Masernfälle gibt es zurzeit zum Beispiel in Duisburg und Leipzig. Insgesamt erwarten wir leider, dass die Fallzahlen noch weiter steigen werden.“ Bis zum ersten März wurden beim RKI bundesweit bereits 203 bestätigte Masern-Infektionen registriert. 2016 waren es insgesamt 326.

„Im Moment verbreiten sich Masern vor allem innerhalb von Familien. Aber auch Schulen sind betroffen», sagt die RKI-Expertin. Grund dafür seien vor allem Impflücken bei Kleinkindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nur wenn die Immunität in einer Region hoch sei, habe das Virus schlechte Chancen. Dieser gemeinsam erzeugte Schutz bewahre dann auch Menschen vor Ansteckung, die aus unterschiedlichen Gründen nicht oder noch nicht geimpft werden konnten.



Schon seit Langem herrscht Konsens darüber, dass Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind. Die Infektion ist hochansteckend und schwächt das Immunsystem. In seltenen Fällen endet sie sogar tödlich.

Kleinkinder können erst ab neun Monaten immunisiert werden. Deshalb sind Impfungen oder eine durchgemachte Erkrankung vor einer Schwangerschaft wichtig. Denn Schwangere, die selbst keinen Schutz gegen Masern haben, können ihn auch nicht weitergeben. Immunisierte Mütter sorgen hingegen in den ersten Monaten für einen Nestschutz bei ihren Babys. Während der Schwangerschaft darf nicht mehr gegen Masern geimpft werden.

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