Querschnittslähmung

ALS-Patienten: Roboter mit den Augen steuern Sara Lemel, dpa, 30.07.2016 08:17 Uhr

Ramat Hascharon - Die Nervenkrankheit ALS schließt Menschen immer weiter im eigenen Körper ein – bis hin zur kompletten Lähmung. Mit einem Roboter wollen Forscher dieses Schicksal etwas erleichtern.

Schai Rischoni liegt auf dem Rücken und schaut auf einen Bildschirm über sich. Der 50-jährige Israeli ist querschnittsgelähmt. Er kann nicht sprechen und nur noch seine Augen bewegen. Kommunizieren kann Rischoni nur, indem er seinen Blick auf eine virtuelle Tastatur fixiert und so Botschaften schreibt. Was er schreibt, zeugt von seinem kämpferischen Geist: „Meine Krankheit definiert nicht, wer ich bin, und darf nicht mein Leben bestimmen.“ Eine weitere technische Hilfe soll nun seine Kommunikation mit der Außenwelt etwas verbessern.

„Schai ist schon seit mehr als drei Jahren komplett gelähmt“, sagt seine Frau Tami. Vor fünf Jahren hatte er die niederschmetternde Diagnose erhalten: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), eine chronische und fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems. „Es hat ihn hart getroffen“, sagt Tami. Der frühere Marketing-Direktor und Vater zweier Jungen im Alter von zwölf und 17 Jahren sei früher „unglaublich sportlich“ gewesen. „Er ist Marathon gelaufen, hat sogar beim Ironman mitgemacht.“

Inzwischen muss Rischoni in seinem Haus in Ramat Hascharon nördlich von Tel Aviv rund um die Uhr künstlich beatmet werden. Er hat einen Betreuer und braucht jeden Tag ausgedehnte Physiotherapie. Der früher so aktive Mann ist komplett von Anderen abhängig. Doch jetzt nimmt er an einem Versuch teil, der ihm zumindest zu ein bisschen mehr Freiheit verhelfen könnte.

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