Eine Apotheke für Günther Jauch

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Berlin - Seit Jahren steht das Palais Ritz im Potsdamer Nobelviertel Berliner Vorstadt leer. Ende 2015 sollte daraus ein Flüchtlingsheim werden, doch daraus wurde nichts. Nun baut ein Zahnarzt aus Berlin das Palais zu einem Ärztehaus mit Apotheke für „gehobeneres Klientel“ um.

Einen Bezug zur Medizin hat das Haus, das nach dem königlichen Kämmerer Johann Friedrich Ritz benannt wurde, schon immer. Im Jahr 1842 gebaut soll es ursprünglich als Lazarett gedient haben. Zu DDR-Zeiten beherbergte es Wohnungen für Ärzte des Klinikums. Nun will Dr. Stephan Ziegler seine Satelliten-Zahnarztpraxis errichten. Der Zahnarzt hat das Gebäude nach eigenen Angaben im Sommer 2016 für 1,7 Millionen Euro gekauft und will es für 1,8 Millionen sanieren. „Es ist zwar eine erhebliche Investition“, sagt Ziegler. „Doch die Finanzierungskonditionen sind mit nur 1 Prozent Zinsen derzeit einfach sensationell.“

Neben der Zahnarztpraxis soll auch eine Apotheke in das Palais Ritz einziehen. Rund 160 Quadratmeter – auf zwei Stockwerke verteilt – stehen laut Ziegler zur Verfügung. Ein besonderes Highlight soll ein Drive-in-Schalter werden. „Wir haben das so geplant, da es an dieser Stelle eher Autoverkehr und weniger Laufkundschaft gibt“, erklärt er. Rund 70.000 Autos sollen seinen Angaben nach täglich am Haus vorbeifahren. Vor dem neuen Ärztehaus sollen außerdem bis zu 17 Parkplätze entstehen.

Um den interessierten Apothekern den Standort noch schmackhafter zu machen, sollen neben der Zahnarztpraxis von Ziegler bis zu vier weitere Arztpraxen errichtet werden. Am liebsten würde er Allgemeinmediziner, Hausärzte, Gynäkologen oder einen Kinderarzt als Mieter begrüßen. „Diese Fachrichtungen sind auch für die Apotheke lukrativ“, sagt Ziegler. Er befinde sich derzeit mit mehreren Pharmazeuten im Gespräch. „Es gibt hier noch keine Apotheke. Die Anwohner müssen derzeit entweder nach Potsdam oder an den Wannsee fahren“, so der Zahnarzt, der im Sommer im Potsdamer Nobelviertel wohnt.
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