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Methadon: Booster in der Krebstherapie Nadine Tröbitscher, 12.04.2017 11:31 Uhr

Berlin - Zwischen dem Verbot der Tabakaußenwerbung und dem Kassemachen der Tierärzte zeigt das ARD am Mittwoch um 23 Uhr in der Sendung „Plusminus“ einen Beitrag zu Methadon – der Titel: „Warum ein preiswertes Mittel für Krebspatienten nicht erforscht wird“.

Methadon ist aus der Substitutionstherapie Drogenabhängiger bekannt und wird vor allem gegen die Entzugserscheinungen Heroinabhängiger eingesetzt. Dass die Substanz auch die Wirkung von Chemotherapien unterstützen und in der Krebstherapie eingesetzt werden kann, wolle die Pharmaindustrie jedoch nicht weiter erforschen, heißt es in der Ankündigung.

Bereits vor etwa neun Jahren konnte ein Forscherteam um Dr. Claudia Friesen am Universitätsklinikum Ulm zeigen, dass Methadon den Zelltod von Leukämiezellen auslösen kann. Vor etwa drei Jahren zeigte das Team dann, dass Methadon die Chemotherapie bei bösartigen Hirntumoren, den Glioblastomen, unterstützen kann. Die Tumorzellen bilden auf ihrer Oberfläche Opioid-Rezeptoren aus, an die das Methadon sich festsetzen kann.

Dockt der Wirkstoff an, öffnet die Zelle Kanäle für das Krebsmedikament, das dann in das Innere einströmen kann. Auf der anderen Seite aktiviert das Zytostatikum die Krebszelle, vermehrt Oberflächenrezeptoren für Methadon zu produzieren. Somit wird die Wirkung verstärkt, gesunde Zellen werden nicht angegriffen und bleiben unversehrt.
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