Krebsmedikamente

Methadon gegen Zyto-Resistenzen APOTHEKE ADHOC, 14.09.2016 14:12 Uhr

Berlin - In der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel führt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Methadon seit 2005. Der künstlich produzierte Opioid könnte in Zukunft die Krebstherapie unterstützen: Bestimmte Chemotherapien schlagen in Verbindung mit Methadon besser an, wie Molekularbiologin Dr. Claudia Friesen und ihr Team berichten. Den unkontrollierten Einsatz des Opioids in der Tumortherapie unterstützen die Forscher aber nicht.

Friesen hatte 80 Patienten, deren Krebserkrankung teilweise weit fortgeschritten war, mit einer Kombination aus Temozolomid und Methadon behandelt. Die Patienten lebten nach dieser Behandlung länger als ursprünglich erwartet, einige leben sogar heute noch.

Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse sind jedoch bislang ausschließlich aus vorklinischen Experimenten entweder mit Zellkulturen oder tierexperimentellen Studien bekannt. Es sei „unbedingt notwendig, prospektive, kontrollierte, randomisierte Studien bei Patienten durchzuführen“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, des Universitätsklinikums Ulm und des Comprehensive Cancer Center Ulm.

Tatsächlich wurden die Patienten nicht an der Klinik und auch nicht im Rahmen von klinischen Studien behandelt. Vielmehr erhielten sie Methadon als Schmerztherapeutikum bei Tumorschmerzen oder „off label“. Von einem wirklichen „Therapieerfolg“ wollen die Forscher aufgrund bislang fehlender wissenschaftlicher Publikationen nicht sprechen.

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