Krebstherapie

Methadon-Streit geht weiter dpa, 12.09.2017 09:55 Uhr

Berlin - Eine Forscherin, die eine Entdeckung macht, trifft auf Schwerkranke, die nichts unversucht lassen wollen. Wie der Hype um ein angebliches Mittel gegen Krebs das Vertrauen in die Schulmedizin untergräbt.

Methadon. Das Mittel ist bekannt als Drogenersatz, den Abhängige für den Weg aus der Sucht bekommen. Doch seit einiger Zeit macht die Substanz Karriere als angebliches Hilfsmittel in der Krebstherapie. Zu schön, um wahr zu sein? Experten mehrerer Fachrichtungen haben in den vergangenen Monaten auf eine sehr dünne Studienlage hingewiesen, vor verfrühten Hoffnungen und Nebenwirkungen gewarnt. Sie rieten klar vom Einsatz des Schmerzmittels in der Tumortherapie ab. Doch bei vielen der oft höchst verzweifelten Patienten stoßen die Warnungen auf taube Ohren. Sie wenden sich Ärzten zu, die Methadon verschreiben. Schwere Verläufe und ein Todesfall sind die Folge, wie kürzlich das „Ärzteblatt“ berichtete.

Der Ansturm auf Methadon begann vor Monaten mit TV-Berichten über die Chemikerin Dr. Claudia Friesen vom Institut für Rechtsmedizin der Uni Ulm. Sie hatte Methadon in Zellkulturen und Tierversuchen getestet und brachte es als möglichen Wirkverstärker für Chemotherapien ins Gespräch. Ihre Versuche entsprechen einer sehr frühen, von der Öffentlichkeit meist unbemerkten Phase der Forschung, die keine Aussagekraft zur Wirksamkeit beim Menschen hat. Forscher weltweit suchen nach Wirkstoffen gegen Krebs – selbst das Zika-Virus ist dabei aktuell im Gespräch. Doch ob sich solche Ideen am Ende als Therapie bewähren, steht auf einem völlig anderen Blatt.

Friesens Forschung fand auch deshalb früh Aufmerksamkeit, weil es Patienten gibt, bei denen eine Besserung durch Methadon beobachtet worden sein soll. Selbst wenn dem so war: Solche Einzelfälle gelten in der Medizin keinesfalls als Beweis. Vielmehr sind große, systematisch angelegte Studien nötig, in denen die Wirksamkeit eines Medikaments im Vergleich zu einem Placebo getestet wi

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