Rund 58.100 Fehltage

Grippewelle: KKH mahnt zur Impfung

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Hannover -

Plötzliches Fieber oder ein deutliches Krankheitsgefühl? Das können Anzeichen der Grippe sein, deren Saison gerade begonnen hat. Um sich zu schützen, sollten sich Berufstätige mit Kontakt zu vielen Menschen nach Einschätzung der KKH Kaufmännische Krankenkasse impfen lassen – und zwar so bald wie möglich.

Für diese Gruppe wachse das Risiko, sich mit Influenza-Viren anzustecken, warnte die Kasse. Das zeigten die Zahlen des vergangenen Jahres: Damals registrierte die KKH wegen der Grippe 13 Krankschreibungen und 93 Fehltage pro 1000 berufstätige Versicherte - so viele wie nie seit 2019 und ein Plus von 73 Prozent bei den Krankschreibungen und 52 Prozent bei den Fehltagen.

KKH: 8100 Influenza-Krankschreibungen

Insgesamt zählte die Kasse unter ihren berufstätigen Versicherten im vergangenen Jahr rund 8100 Influenza-Krankschreibungen mit rund 58.100 Fehltagen. Die KKH gehört mit rund 1,5 Millionen Versicherten zu den großen bundesweiten Krankenkassen.

Besonders betroffen: Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, der Alten- und Krankenpflege, der Kinderbetreuung, der Lagerwirtschaft und im Verkauf. Deshalb sei vor allem Beschäftigten mit vielen persönlichen Begegnungen oder engem Kontakt zu gefährdeten Menschen eine Grippeschutzimpfung zu empfehlen, sagte die KKH-Ärztin Nele Tempelhof.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Grippeimpfungen unter anderem für Menschen im Alter ab 60 Jahren sowie Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Außerdem wird sie Kindern und Jugendlichen empfohlen – im Falle etwa von chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen.

Grippeimpfung kann vor Herzinfarkten schützen

Nach Angaben der Kasse sollte im Oktober oder November geimpft werden, weil es bis zu zwei Wochen dauern kann, bis sich ausreichend Antikörper gebildet haben. Zu einer Krankheitswelle komme es aber meist erst um den Jahreswechsel, daher könne auch eine spätere Impfung schützen.

Nach KKH-Angaben sind Grippeerreger tückisch, weil sie sich ständig verändern und immer neue Virusvarianten entstehen – daher die jährliche Impfung mit einem entsprechend angepassten Impfstoff. „Was viele nicht wissen: Eine Impfung kann nicht nur vor einer schweren Grippe-Erkrankung schützen. Sie kann auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken, gerade bei Menschen, die bereits vorbelastet sind“, erklärte Tempelhof. „Das ist wissenschaftlich inzwischen gut belegt.“

Todesursache Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Tatsächlich erhöhen Grippe- und Coronaviren nach früheren Angaben von Forschern kurz nach der Infektion deutlich das Risiko für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Demnach steigt das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls nach einer Infektion mit einem Grippevirus auf das Vier- bis Fünffache. Bei Sars-Cov-2 erhöht sich das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls jeweils auf etwa das Dreifache, wie ein Forschungsteam um Kosuke Kawai von der University of California in Los Angeles vor einem knappen Jahr in einer Überblicksstudie berichtete.

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems seien nach wie vor die Todesursache Nummer eins, betonte Tempelhof. Sie erklärte, bei einer Grippeinfektion löse das Immunsystem Entzündungsreaktionen aus, die nicht nur die Atemwege, sondern auch Herz und Blutgefäße belasteten. Dabei könnten sich Ablagerungen an Gefäßen lösen oder Blutgerinnsel bilden – mögliche Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sie sagte: „Eine Impfung schützt also zweifach“ – gegen die Entzündungsreaktionen und die Grippe.

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