Auswirkungen auf Klima und Ressourcen

Fleischkonsum: Die tägliche Dosis Antibiotika Cynthia Möthrath, 19.12.2019 13:33 Uhr

Seit März 2018 gelten strengere Regeln in der Tiermast: Seitdem ist es verboten, besonders wichtige Wirkstoffe bei Rindern, Schweinen, Puten und Hühnern umzuwidmen – also auch für andere Krankheiten oder Tiere anzuwenden, als in der Zulassung bestimmt. Möglich ist dies nur noch, „soweit im Einzelfall die notwendige arzneiliche Versorgung der Tiere ernstlich gefährdet ist“. Konkret geht es um bestimmte Reserve-Antibiotika, die auch bei Menschen für schwere Krankheiten verwendet werden, wenn normale Antibiotika nicht mehr wirken. Die Verordnung bezieht sich auf die Wirkstoffgruppen Cephalosporine der dritten oder vierten Generation sowie Fluorchinolone.

Mittlerweile versuchen einige – vor allem kleinere Betriebe – die Antibiotikagabe zu reduzieren: Birgit Gnadl beispielsweise bewirtschaftet mit ihrer Familie einen modernen Bio-Milchviehbetrieb mit 45 Kühen im Chiemgau, der seit 22 Jahren ohne Antibiotika auskommt. Stattdessen greift Gnadl sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen zur Homöopathie. Mindestens auf die Hälfte der üblichen Gaben, wenn nicht noch mehr, könne sie verzichten, schätzt sie. In Gnadls Betrieb werden die Kühe mit homöopathischen Einzelmitteln behandelt. Seit sechs Jahren werden die Homöopathika teilweise sogar über den Melkroboter mit Hilfe des eines Sprühsystems den Kühen direkt auf die Nase gesprüht. Dadurch sei der „Placebo by Proxy-Effekt“ – also Placebo durch Zuwendung – ausgeschlossen, sagt Gnadl.

Behandelt werden mit den homöopathischen Mitteln alle täglichen Wehwechen und Krankheiten – entweder eigenständig oder nach Rücksprache mit dem Hoftierarzt. Neben der Geburtseinleitung werden so auch akute und chronische Euterentzündungen, Kälberdurchfall, Fruchtbarkeitsprobleme, Klauen- und Gelenksprobleme und vieles mehr behandelt. Auch im Bereich Virus- und Infektionskrankeiten, wo ansonsten keine konventionellen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, setzt Gnadl auf die Möglichkeiten der Homöopathie: Unter anderem bei bakteriell ausgelösten Geschlechtskrankheiten wie Clamydien-Infektionen, Staphylokokken-Infektionen und Rota-corona-Durchfällen.

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